Unfall im Hafen
Kreuzfahrtschiff rammt in Bremerhaven zwei Frachter
26.10.2026 – 00:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Beim Auslaufen in stürmischem Wetter stößt die „Mein Schiff 3“ mit zwei Schiffen zusammen. An Bord sind mehr als 3.000 Menschen.
Die „Mein Schiff 3“ der Reederei TUI Cruises hat am Sonntagabend beim Auslaufen aus dem Hafen Bremerhaven zwei Containerschiffe gerammt. Wie unter anderem die Nachrichtenagentur AFP sowie „Weser-Kurier“ und „Nordsee-Zeitung“ berichten, kehrte das Kreuzfahrtschiff anschließend zur Columbuskaje zurück. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand.
Das Schiff legte laut Augenzeugenberichten um 17.10 Uhr planmäßig ab. Bei starkem Wind und mit Unterstützung von Schleppern blieb es zunächst rund 20 bis 30 Meter von der Pier entfernt liegen. Gegen 17.30 Uhr stieß die „Mein Schiff 3“ am Containerterminal mit dem seitlichen Heck gegen das Containerschiff „Victorine“, wie ein Augenzeuge der „Nordsee-Zeitung“ sagte. Dabei wurden mehrere Container und Aufbauten beschädigt. Anschließend versuchten mehrere Schlepper, das Kreuzfahrtschiff vom Containerschiff wegzudrücken. Das gelang, und die „Mein Schiff 3“ kehrte zur Columbuskaje zurück.
Zehn Meter langer Riss an der Bordwand nach Kollission
An der Bordwand eines der Containerschiffe entstand durch den Zusammenstoß laut „Nordsee-Zeitung“ ein rund zehn Meter langer Riss. Laut dem Bremer Häfenressort gab es bei keinem der betroffenen Schiffe einen Wassereinbruch. An der „Mein Schiff 3“ wurden nach Augenzeugenangaben mindestens vier Rettungsboote zerstört und mehrere Kräne beschädigt. Ein von der Nachrichtenagentur dpa verifiziertes Video zeigt, wie das Kreuzfahrtschiff bei deutlichem Wellengang ausläuft, der Abstand zu einem an der Hafenmauer liegenden Containerschiff immer kleiner wird und das Schiff schließlich auf den Frachter trifft. Auf den Aufnahmen sind Trümmer zu sehen. Eine Frau sagt in dem Video: „Ich glaube, das war es mit der Reise.“
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Zum Unfallzeitpunkt befanden sich 2.428 Gäste und 922 Crewmitglieder an Bord. Alle konnten vorerst auf dem Schiff bleiben. Kapitän Jan Schubert wandte sich per Durchsage an die Passagiere: „Nach derzeitigem Stand wurde glücklicherweise niemand verletzt. Gleichzeitig haben wir bereits erste Schäden am Schiff festgestellt. Diese werden nun umfassend von Experten geprüft.“ Restaurants und Bars seien weiterhin geöffnet, teilte Schubert mit. „Kuscheln Sie sich ein bisschen ein und genießen Sie die Annehmlichkeiten hier an Bord.“ Das Schiff werde die Nacht an der Pier verbringen, so Schubert. Weitere Informationen zum Zustand des Schiffes und zum weiteren Verlauf der Reise kündigte er für den Montagvormittag an.
„Mein Schiff 3“ wollte gerade zu den Kanaren aufbrechen
Die „Mein Schiff 3“ hatte eigentlich zu einer dreiwöchigen Kreuzfahrt in Richtung Kanaren aufbrechen wollen. Ob die Reise stattfinden könne, sei zunächst unklar, erklärte TUI Cruises. Weitere Informationen werde die Reederei bereitstellen, „sobald gesicherte Erkenntnisse vorliegen“. Nach Einschätzung von Branchenkennern könnte das Schiff wochenlang nicht fahren, da ohne intakte Rettungsboote keine Fahrterlaubnis erteilt werde und die Reparatur der Krananlagen Zeit in Anspruch nehme.
An der Nordseeküste hatte am Sonntag das Sturmtief „Manja“ für heftige Böen gesorgt. Nach Ansicht von Schiffsexperten hätte das Schiff wegen der Orkanböen eventuell später auslaufen müssen. Die Wasserschutzpolizei der Polizei Bremen ermittelt zum Unfallhergang. Angaben zur genauen Unfallursache und zum Schadensausmaß lagen zunächst nicht vor.