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Panorama

Bombenzyklon – das gefährliche Wetterphänomen: So entsteht es

wochentlich.deBy wochentlich.de23 Oktober 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Wetterlage mit Sprengkraft

Bombenzyklon – das gefährliche Wetterphänomen


Aktualisiert am 23.10.2026 – 14:57 UhrLesedauer: 2 Min.

Das Satellitenbild zeigt einen sogenannten Bomben-Zyklon über dem Pazifik im Januar 2023.Vergrößern des Bildes

Das Satellitenbild zeigt einen sogenannten Bombenzyklon über dem Pazifik im Januar 2023. (Quelle: NOAA/imago-images-bilder)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Bombenzyklone: Vom Fachbegriff zum Schreckensszenario – wie sie entstehen, wo sie zuschlagen und welche Gefahren sie bringen.

Der Begriff Bombenzyklon taucht vermehrt in der Wetterberichterstattung auf. 2018 brachte die US-Zeitung „Washington Post“ die englische Bezeichnung „bomb cyclone“ ins Spiel, weitere Medien griffen sie auf. Auch im deutschsprachigen Raum fand der Begriff schnell Verbreitung. Wissenschaftlich ist die Formulierung allerdings nicht ganz korrekt. Denn es gibt einen Unterschied zwischen den Begriffen Zyklon und Zyklone.

Der Unterschied zwischen Zyklon und Zyklone

Eine Zyklone ist ein allgemeiner Begriff in der Meteorologie für ein Tiefdruckgebiet, das über dem Atlantik, Europa oder Nordamerika auftritt. Dagegen ist ein Zyklon ein tropischer Wirbelsturm, der sich über dem Indischen Ozean oder dem südwestlichen Pazifik bildet.

An der Ostküste der USA oder in Europa kann es daher nach strenger meteorologischer Definition keinen Zyklon geben – wohl aber eine Zyklone. Der feine Unterschied ist in der Fachsprache entscheidend. Im alltäglichen Gebrauch ist der Zyklon jedoch ein gebräuchlicher Sammelbegriff.

  • Gleich zwei Stürme ziehen auf: Bombenzyklon trifft Deutschland
  • Sturm bringt Windstärke 10, Gewitter, Regen: Amtliche Wetter-Warnungen in fast 260 Kreisen

Wie entsteht eine Bombenzyklone?

Die Bezeichnung Bombenzyklon leitet sich vom englischen Wort bombogenesis ab. In der Fachliteratur wird dieses Phänomen als rapide Zyklogenese bezeichnet. Die Definition stammt aus dem Jahr 1980, als die Meteorologen Frederick Sanders und John Gyakum erstmals die Dynamik solcher Systeme untersuchten. In ihrer Studie „Synoptic-Dynamic Climatology of the Bomb“ legten sie fest: Als „Bombe“ gilt ein Tief, dessen Luftdruck innerhalb von 24 Stunden um mindestens 24 Hektopascal fällt.

Dieser schnelle Druckabfall entsteht, wenn kalte Luft aus nördlichen Breiten auf warme, feuchte Luftmassen aus dem Süden trifft. Besonders prädestiniert für solche Entwicklungen sind Regionen über dem offenen Meer – etwa entlang des Golfstroms oder vor der Nordostküste Asiens. Die dort stark ausgeprägten Temperaturunterschiede liefern die nötige Energie, um einen radikalen Druckabfall zu erzeugen. Meteorologen sprechen in solchen Fällen von einer „explosiven“ Vertiefung eines Tiefdrucksystems.

Orkan „Lothar“ als Musterbeispiel für Bombenzyklon

Solche Stürme bringen nicht nur starken Regen oder Schnee, sondern oft auch orkanartige Böen, Sturmfluten an der Küste und schwere Schäden an der Infrastruktur. In Nordamerika kommt es regelmäßig zu solchen Wetterlagen – doch auch Europa bleibt nicht verschont.

Ein eindrückliches Beispiel für die zerstörerische Kraft eines Bombenzyklons in Europa ist der Weihnachtsorkan „Lothar“. Das Tief entwickelte sich kurz vor dem 26. Dezember 1999 über dem Nordatlantik, genauer gesagt vor der Küste Neufundlands. Innerhalb kürzester Zeit intensivierte es sich stark – ein klassischer Fall von rapider Zyklogenese.

Bombenzyklon brachte stärksten Sturm des 20. Jahrhunderts nach Europa

Als „Lothar“ Mitteleuropa erreichte, war das Sturmsystem auf seinem Höhepunkt. Mit Windgeschwindigkeiten von über 200 Kilometern pro Stunde fegte es über Teile Frankreichs, der Schweiz und Deutschlands hinweg. Allein in Deutschland forderte der Orkan 15 Todesopfer, tausende Bäume wurden entwurzelt, Stromleitungen zerstört, Häuser abgedeckt. Die wirtschaftlichen Schäden gingen in die Milliarden.

Meteorologen sehen in „Lothar“ bis heute einen der stärksten Orkane in Europa des 20. Jahrhunderts – und ein warnendes Beispiel dafür, wie schnell sich Bombenzyklonen entwickeln und wie groß ihre Zerstörungskraft sein kann.

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