Reaktion des Körpers
Wie entstehen Gliederschmerzen bei Erkältung, Grippe & Co.?
Aktualisiert am 22.10.2026 – 15:32 UhrLesedauer: 2 Min.
Treten Gliederschmerzen auf, weist das oft auf einen akuten Infekt hin. Erfahren Sie, wie die unangenehmen Beschwerden in Armen und Beinen entstehen.
Bei einem akuten Virusinfekt der oberen Atemwege wie einer Erkältung oder Grippe sind verschiedene Beschwerden möglich. Neben Symptomen wie Halsschmerzen, Schnupfen, Husten, erhöhter Temperatur und einem allgemeinen Krankheitsgefühl stellen sich bei etwa der Hälfte aller erkälteten Personen auch Gliederschmerzen ein. Das sind Schmerzen an Armen und/oder Beinen, die oft einem Muskelkater ähneln. Aber wie entstehen solche Gliederschmerzen bei Infekten?
Gut zu wissen
Hinter Gliederschmerzen stecken häufig akute Atemwegsinfekte oder andere Infektionen. Daneben kann es jedoch auch viele andere Ursachen geben.
Was das Immunsystem mit Gliederschmerzen zu tun hat
Virusinfekte wie Erkältung oder Grippe bekommt die körpereigene Abwehr in der Regel von selbst in den Griff. Entstehen dabei Gliederschmerzen, ist das im Grunde ein gutes Zeichen – denn sie zeigen, dass das Immunsystem die Erreger des Infekts entdeckt hat und aktiv geworden ist.
Um die Eindringlinge zu bekämpfen und unschädlich zu machen, leitet die Abwehr verschiedene Prozesse ein. Diese können sich durch körperliche Beschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Fieber und Gliederschmerzen bemerkbar machen.
Manche der Erkältungsbeschwerden werden also nur indirekt durch die Krankheitserreger verursacht. Sie sind vielmehr ein Hinweis darauf, dass das Immunsystem seine Arbeit erledigt.
Gelangen Erreger wie Grippe- oder Erkältungsviren in den Körper, löst das eine komplexe Immunantwort aus. Dabei werden unter anderem maßgeschneiderte Antikörper gebildet, die an die Erreger binden.
Dadurch werden die Erreger zum einen neutralisiert, denn sie können nun nicht mehr an Körperzellen binden und in diese eindringen – und verbreiten sich so nicht weiter. Zum anderen sind die gebundenen Antikörper ein Signal, das die Fresszellen des Immunsystems herbeiruft. Diese nehmen die Viren in sich auf und machen sie unschädlich, indem sie sie verdauen.
Abbau von Muskeleiweißen löst Gliederschmerzen aus
Die Abwehrzellen des Immunsystems setzen außerdem Botenstoffe frei, welche im Körper allgemeine Entzündungsreaktionen auslösen. In deren Verlauf führen bestimmte Botenstoffe (Zytokine) dazu, dass Muskel- und Gelenkeiweiße abgebaut werden. Dieser Prozess kann mit Schmerzen verbunden sein und mit Gliederschmerzen in Armen oder Beinen einhergehen.
Beim Abbau werden Bausteine frei, die der Körper für die Immunabwehr nutzt – etwa für Antikörper oder Eiweiße, die Erreger für Abwehrzellen markieren.
Was hilft bei Gliederschmerzen?
Gliederschmerzen halten in der Regel nicht lange an: Meist lassen sie innerhalb weniger Tage bis etwa zwei Wochen zusammen mit den anderen Erkältungsbeschwerden von allein nach – nämlich dann, wenn das Immunsystem die Erreger im Körper bekämpft hat und die entzündlichen Prozesse wieder abklingen.