Dieser Western mit Sidney Poitier wirft Fragen auf
20.10.2026 – 19:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Sidney Poitier und James Garner: „Duell in Diablo“ bricht mit den Regeln des Westerns. (Quelle: imago stock&people/imago)
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Die klassischen Western ziehen eine klare Linie zwischen Gut und Böse. Aus heutiger Sicht verschwimmen bei dem Film „Duell in Diablo“ die Grenzen.
Das Gute siegt, das Böse verliert. Im Western-Genre sind die Rollen eindeutig verteilt und wurden besonders in der Hochphase des Genres zwischen 1960 und 1970 etabliert. Allerdings gibt es einige Ausnahmen, die sich mit relevanten Themen von dieser Kategorisierung entfernen. So thematisiert „Duell in Diablo“ den Rassismus zwischen Apachen und Amerikanern.
Darum geht es in „Duell in Diablo“
Eigentlich sollte die Rückkehr eine wahre Freude auslösen: Nachdem Remsberg (James Garner) Ellen (Bibi Anderson) aus der Gefangenschaft der Apachen befreit hat, kehrt sie zu ihrem Ehemann Willard (Dennis Weaver) zurück. Allerdings hat Willard kein gutes Wort für seine Frau übrig, die bei der Gefangennahme seiner Meinung nach den Tod hätte wählen müssen. Voller Enttäuschung verlässt sie ihr Zuhause.
Währenddessen begibt sich Remsberg auf die Suche nach dem Mörder seiner eigenen Frau und wird vom Pferdehändler Toller (Sidney Poitier) begleitet. Auf ihrer Reise begegnen sie Ellen erneut, die mittlerweile einen Sohn geboren hat. Doch der Vater verbirgt ein Geheimnis.
So sehenswert ist „Duell in Diablo“
Mit seinem Western nahm Regisseur Ralph Nelson neue Themen in den Fokus. Von der Presse erhielt der Film dafür gemischte Kritik, wie das Filmmagazin „Cinema“ zeigt. Dort heißt es in der Bewertung: „Die Geschichte ist etwas überkonstruiert und reichlich brutal, aber auch sehr spannend.“ Von der internationalen Filmdatenbank „IMDb“ gab es 6,5 von zehn möglichen Sternen.
Das Publikum sprach sich deutlich zurückhaltender aus. Laut der Bewertungsplattform „Rotten Tomatoes“ werden dem Western aus dem Jahr 1966 nur 59 Prozent zugesprochen.
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Spätwestern nach Romanvorlage
Schriftsteller Marvin H. Albert lieferte die Romanvorlage zu Nelsons Werk. Unter dem Titel „Apache Rising“ erschien das Buch bereits im Jahr 1957. Basierend auf der Geschichte entwickelte Drehbuchautor Michael M. Grilikhes zusammen mit Albert das adaptierte Skript. Das Thema Rassismus spielt dabei im Roman wie auch in der Filmversion eine tragende Rolle.
Das Online-Magazin „film-rezensionen.de“ fasst zusammen: „[…] Es ist doch beachtlich, wie vor allem die Komplexität der Beziehungen der Ureinwohner zu den Weißen dargestellt ist. Zwar sind diese die Gegner, gegen die die Soldaten kämpfen müssen, doch für ihre Motive bringt man Verständnis auf, sodass sie keinesfalls als gesichts- und substanzlosen Bösewichte gelten können wie in anderen Western.“
Rassismus, Rache und Vergeltung wechseln die Seiten und hinterlassen den Anreiz, über die üblichen Charakterzuweisungen nachzudenken. Damit hebt sich „Duell in Diablo“ von den gängigen Klischees der Revolverhelden ab und zeigt, dass wichtige Themen in jedem Genre Platz finden.
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