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Mutter-Kind-Haus öffnet nach tödlichen Schüssen wieder

wochentlich.deBy wochentlich.de19 Oktober 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Vier Monate nach Gewalttat

Tochter eines Opfers führt Mutter-Kind-Haus in Stade weiter

19.10.2026 – 18:37 UhrLesedauer: 4 Min.

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Geschäftsführerin Kiara Lindner und Landrat Kai Seefried (CDU) eröffnen das Mutter-Kind-Haus in Stade wieder: Ende Juni wurden dort sechs Menschen getötet. (Quelle: Christian Charisius/dpa)

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Ende Juni werden in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade sechs Menschen getötet. Vier Monate später öffnet das Haus wieder. Die Leitung übernimmt die Tochter eines der Opfer.

Sandkiste, Schaukel und Rutsche im gepflegten Garten, Himmelbetten und viel Spielzeug in den hellen Räumen: Das Mutter-Kind-Haus in Stade wirkt einladend. Nur ein Raum der renovierten Einrichtung bleibt dauerhaft verschlossen – der Tatort im ersten Stock. Dort wurden vor knapp vier Monaten während eines Gesprächs sechs Menschen erschossen. Nun hat das Haus wieder geöffnet.

Geschäftsführerin Kiara Lindner sagt: „Uns ist bewusst, dass das Haus in der Dankersstraße durch die Tat vom 29. Juni mit einem tragischen Ereignis verbunden bleibt.“ Sie betont: „Das wollen wir nicht verdrängen.“

„Meine Mutter gibt mir die Kraft“

Unter den sechs Todesopfern war auch Ilka Lindner, die 55-jährige Mutter von Kiara Lindner. Sie hatte die GmbH 1999 gegründet. „Meine Mutter gibt mir die Kraft, das weiterzuführen“, sagt die 21-jährige Studentin. Für sie sei von Anfang an klar gewesen, dass sie als Gesellschafterin das Erbe ihrer Mutter fortführen wolle. Wie alle Mitarbeiter beteiligte sie sich an den Renovierungsarbeiten. „In diesem Haus ist mir meine Mutter am nächsten, ich versuche mich an positiven Erinnerungen festzuhalten.“

  • Sechs Tote in Stade: Was wir heute wissen – und was noch unklar ist

In dem Wohnhaus der Stethu GmbH können bis zu sieben Mütter mit ihren Kindern leben. 15 Mitarbeiter betreuen sie rund um die Uhr. Drei ihrer Kollegen starben bei der Gewalttat. Ein Umzug an einen anderen Standort sei aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich gewesen. Zudem hätten die erforderlichen Genehmigungen zu viel Zeit gekostet. Die Jugendämter benötigten dringend Plätze für Mütter mit Kindern. Die Stethu betreibt in der Hansestadt zwei weitere Häuser, darunter eine Schutzeinrichtung für Kinder.

Mitarbeiter erhalten weiterhin therapeutische Hilfe

Keiner der Mitarbeiter habe gekündigt, sagt die pädagogische Leiterin Vanessa Stabel. „Uns war sofort klar, wir wollen zurück an den alten Standort. ‚Jetzt erst recht‘ ist unsere Haltung.“ Man dürfe nicht zulassen, dass die Tat die Zukunft der Einrichtung zerstöre.

„Natürlich wissen wir, dass die schreckliche Tat Fragen, Ängste und Unsicherheiten auslösen kann. Darauf sind wir als pädagogisches Team vorbereitet“, sagt Stabel. Die Mitarbeiter erhielten auch weiterhin therapeutische Unterstützung.

Blick in ein Wohn- und Aufenthaltszimmer: Das Mutter-Kind-Haus der Stethu in Stade wurde am Montag wieder eröffnet.Vergrößern des Bildes
Blick in ein Wohn- und Aufenthaltszimmer: Das Mutter-Kind-Haus der Stethu in Stade wurde am Montag wieder eröffnet. (Quelle: Christian Charisius/dpa)

Stades Landrat Kai Seefried (CDU) sagt: „Meine Hochachtung gilt den Mitarbeitern, die dieses Miteinander haben und es zu einem guten Ort für Mütter und Kinder werden lassen.“ Er fügt hinzu: „Ich bin zutiefst überzeugt von der guten Arbeit, die hier geleistet wird. „Als Zeichen der Anerkennung überreicht er Kiara Lindner einen Schutzengel aus Keramik. „Ihr seid Schutzengel für alle, solle er euch immer beschützen.“

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