Skisprung-Star wird vor WM deutlich
„Gefühl, dass sich hier niemand für das Skispringen interessiert“
Aktualisiert am 16.10.2026 – 15:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei einem TV-Auftritt in Schweden hebt sich Frida Westman äußerlich deutlich von ihren Kollegen ab. Die 25-Jährige übt Kritik.
Skispringerin Frida Westman hat die fehlende Förderung für ihren Sport in ihrer Heimat Schweden kritisiert. „Wenn man an diejenigen denkt, die nach mir kommen, ist es nicht gerade einfach“, sagte sie bei einem WM-Termin des nordischen Streamingdienstes Viaplay. „Ich bekomme sehr gute Unterstützung vom Verband, der viele Ressourcen in mich investiert. Aber für die Athleten unter mir gibt es so gut wie kein Geld.“
Westman ist Botschafterin für die Nordischen Skiweltmeisterschaften, die in Falun stattfinden – genauso wie die Langläufer Maja Dahlqvist und Truls Gisselman, die ebenfalls bei dem Termin zu Gast waren. Im Vergleich mit ihren Kollegen fiel jedoch auf, dass Westman auf ihrem Shirt nur das Abzeichen eines Sponsors trug. Die Oberteile von Dahlqvist und Gisselman waren hingegen mit zahlreichen Logos von großen Konzernen wie beispielsweise Volkswagen übersät.
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Angesprochen darauf, ob ihr fast leeres Shirt etwas über den Stellenwert des Skispringens in Schweden aussage, erklärte Westman: „Auf jeden Fall. Seit vielen Jahren habe ich das Gefühl, dass sich hier überhaupt niemand für das Skispringen interessiert.“ Es gebe keine Grundlage, auf der man aufbauen könne. „Deshalb weiß auch niemand so recht, wie man die Sache angehen soll – oder hat überhaupt den Willen dazu.“
„Für das Skispringen ist dies die Chance“
Gisselman konnte die Kritik nachvollziehen. „Das ist gleichzeitig positiv und traurig“, sagte er über den Unterschied zwischen seinem und Westmans Oberteil. „Man möchte schließlich, dass möglichst viele Sportarten möglichst gute Bedingungen haben. Aber wenn man uns neben einen Tennis- oder Golfspieler stellt, sieht es bei uns auch nicht besonders gut aus.“ Positiv sei jedoch, dass in Schweden „großes Interesse am Langlauf“ herrsche.

Westman wünscht sich, dass einige der Sponsoren von Gisselmans Sportart nun vielleicht auch für das Skispringen gewonnen werden können. „Und ich hoffe, dass die Menschen bei der WM den Sport sehen und einen positiven Eindruck davon bekommen“, sagte die Olympia-Vierte von Mailand und Cortina d’Ampezzo.
Bei der WM, die zwischen dem 24. Februar und 7. März 2027 stattfindet, soll in Westmans Vorstellungen das Skispringen noch stärker in den Fokus rücken. „Das ist so wichtig. Denn der Sport ist gerade dabei, wieder etwas an Bedeutung zu gewinnen“, betonte sie. „Deshalb hoffe ich, dass man sich besonders um ihn kümmert und nicht alles auf den Langlauf konzentriert, denn das wäre die einfachste Lösung.“
Zwar würden die Langläufer hervorragende Ergebnisse erzielen. „Aber sie bekommen ohnehin schon sehr viel Engagement und Aufmerksamkeit“, stellte Westman klar. „Für das Skispringen hingegen ist dies die Chance, den Sport wirklich nach vorn zu bringen.“