„Extrem wütend auf mich selbst“
Nach Dopingsperre: Olympiasiegerin kämpft mit Tränen
15.10.2026 – 15:25 UhrLesedauer: 1 Min.
Victoria Carl spricht erstmals öffentlich über ihre Dopingsperre – und wird dabei emotional. Die 31-Jährige übt zudem scharfe Selbstkritik.
Langlauf-Olympiasiegerin Victoria Carl hat ihr langes öffentliches Schweigen bezüglich ihrer Dopingsperre gebrochen. Die 31-jährige Deutsche war im Frühjahr 2025 positiv auf die verbotene Substanz Clenbuterol getestet worden. Im Interview beim schwedischen Sender SVT kämpfte sie mit Blick auf das Ende ihrer Sperre nun mit den Tränen.
„Ich hoffe, dass ich genauso stark in den Weltcup zurückkomme, wie ich vorher war“, sagte die Sportsoldatin. „Aber ich weiß es einfach nicht. Es wird ganz doll schwer für mich, wieder in das Wettkampfgeschehen reinzukommen.“ Am 25. November dieses Jahres läuft Carls Sperre aus.
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„Habe dem Arzt einfach zu sehr vertraut“
Clenbuterol wird vor allem zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Asthma eingesetzt. Carl hatte die Substanz unabsichtlich über einen Hustensaft auf Anraten ihres Arztes eingenommen, wie sie und der Deutsche Skiverband (DSV) im Juni 2025 versicherten. Nun schilderte sie: „Ich habe dem Arzt einfach zu sehr vertraut und bin extrem wütend auf mich selbst, weil ich ihm zu sehr vertraut habe und nicht noch einmal nachgefragt habe, ob wir es überhaupt einnehmen durften.“
Die anschließende Sperre kostete Carl auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen im vergangenen Winter. 2022 hatte sie in Peking gemeinsam mit Katharina Hennig Gold im Teamsprint gewonnen. „Um mich selbst zu schützen, habe ich die Olympischen Spiele überhaupt nicht verfolgt“, erklärte sie zu den Wettkämpfen in Mailand und Cortina d’Ampezzo.