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Politik

Elf Millionen Frauen in den Wechseljahren – Hilfe fehlt oft

wochentlich.deBy wochentlich.de13 Oktober 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Gesundheit

Elf Millionen Frauen in den Wechseljahren – Hilfe fehlt oft

Aktualisiert am 13.10.2026 – 15:22 UhrLesedauer: 3 Min.

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In den Wechseljahren berichten viele Frauen von Beschwerden im Alltag und im Beruf. (Archivbild) (Quelle: Robert Michael/dpa/dpa-tmn/dpa-bilder)

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Obwohl die Hälfte der deutschen Gesellschaft irgendwann in die Wechseljahre kommt, fehlt es bislang oft an Unterstützung. Was sich nach Meinung von Fachleuten nun ändern sollte.

Rund elf Millionen Frauen in Deutschland sind derzeit in den Wechseljahren, doch passende Unterstützung bei Beschwerden ist für sie oft schwer zu finden. Ein von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes eingesetztes Gremium fordert deshalb in einem Handlungspapier bessere medizinische Versorgung, mehr Hilfe am Arbeitsplatz und einen stärkeren Schutz vor Benachteiligung.

Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Erschöpfung können die Wechseljahre begleiten. Allerdings erlebt nicht jede Frau diese Phase gleich. „Aus neuen Erhebungen wissen wir, dass etwa 85 Prozent Symptome fühlen“, sagt die Journalistin und Autorin Miriam Stein, die das interdisziplinäre Gremium „Wechseljahre und Diskriminierung“ mitgeleitet hat.

Viele erleben Einschränkungen im Job

Nach Angaben des Gremiums erleben Frauen in Deutschland den Beginn der Wechseljahre statistisch mit 51 bis 52 Jahren. Danach liegen im Durchschnitt noch mindestens 15 Jahre Erwerbsleben vor ihnen. Eine DAK-Auswertung, auf die sich die Handlungsempfehlungen stützen, zeigt zugleich: Jede dritte betroffene Frau berichtet von teils starken beruflichen Belastungen, etwa eingeschränkter Arbeitsfähigkeit, mehr Fehltagen oder Arbeitsausfällen.

Offen über Beschwerden zu sprechen, falle vielen schwer. „Wer Bedürfnisse und Probleme am Arbeitsplatz anspricht, wird schnell als Belastung abgestempelt“, sagt die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman. Dabei seien Frauen in diesem Alter für viele Branchen besonders wichtig. „Unsere Gesellschaft ist auf Leistungsträgerinnen in den Wechseljahren angewiesen.“

Ferda AtamanVergrößern des Bildes
Ataman meint: „Unsere Gesellschaft ist auf Leistungsträgerinnen in den Wechseljahren angewiesen.“ (Archivbild) (Quelle: Britta Pedersen/dpa/dpa-bilder)

Was helfen kann, hänge vom Arbeitsplatz ab. Ataman nennt flexible Arbeitszeiten, geeignete Raumtemperaturen, einen guten Zugang zu Toiletten und betriebsärztliche Beratung. Für Beschäftigte etwa in der Pflege oder Gastronomie, die nicht einfach ins Homeoffice wechseln könnten, brauche es andere Lösungen.

„Wir haben ein Versorgungsproblem“

Frauen mit Wechseljahresbeschwerden suchten zudem Anlaufstellen, fänden sie aber oft nicht. „Wir haben in diesem Land ein Versorgungsproblem“, sagt die Chefärztin für Gynäkologie am Vivantes Klinikum, Mandy Mangler. Ein Grund dafür sei auch, dass sich Medizin und Forschung lange stark am männlichen Körper orientiert hätten. Frauengesundheit sei dadurch in vielen Bereichen zu kurz gekommen.

Wie wenig Raum die Wechseljahre bis heute in der Ausbildung einnehmen, macht Mangler am Beispiel der Berliner Charité deutlich. Dort gibt es ihr zufolge zum Thema Menopause lediglich eine Vorlesung. Man könne Ärztin oder Arzt werden, ohne sich damit intensiver beschäftigt zu haben. Ataman meint: „Kämen Männer in die Wechseljahre, gäbe es mehr Fachärzte als McDonald’s-Filialen in Deutschland. Da bin ich mir sicher.“

Nach Ansicht des Gremiums soll das Thema nicht nur stärker in Studium und Facharztausbildung verankert werden. Es soll auch eine eigene Abrechnungsziffer für die Wechseljahresberatung geschaffen werden. Bisher gibt es diese nicht. Mangler zufolge ist eine ausführliche Beratung für Praxen bislang schwer abzurechnen.

Gremium will nationale Strategie für Wechseljahre

Über einzelne Verbesserungen hinaus fordert das Gremium eine nationale Wechseljahres-Strategie. Sie soll Gesundheitsversorgung, Arbeitswelt, Forschung, Bildung und den Schutz vor Diskriminierung zusammenführen. Bislang fehle dafür eine übergreifende politische Koordination.

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