„Erfolglosester Flughafen Europas“
„Heftiger Schlag“: So reagiert die BER-Chefin auf den Ryanair-Rückzug
13.10.2026 – 13:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Die irische Airline schließt im Oktober ihre Basis am BER. Für den Hauptstadtflughafen bedeutet das weniger Passagiere und eine Sparrunde.
Flughafenchefin Aletta von Massenbach hat vor sinkenden Passagierzahlen am Berliner Hauptstadtflughafen BER gewarnt. Der Grund ist der angekündigte Teilrückzug von Ryanair: Die irische Airline schließt zum 24. Oktober ihre Basis mit sieben Flugzeugen am BER und reduziert ihr Angebot damit um rund die Hälfte.
Von Massenbach sprach vom „Ryanair-Effekt“ und bezeichnete den Schritt als „einen heftigen Schlag“. Konkret bedeute der Rückzug rund 2,5 Millionen Sitzplätze weniger pro Jahr. Für 2026 rechnet der BER noch mit 25,7 Millionen Passagieren, nach 26,1 Millionen im Vorjahr. 2027 könnten es nur noch 25 bis 25,2 Millionen sein. Ursprünglich hatte der Flughafen für dieses Jahr bis zu 27 Millionen Passagiere erwartet.
- Ab Ende Oktober: Diese neuen Flugziele kommen im Winter am BER hinzu
Andere Fluggesellschaften würden den Wegfall zwar teilweise ausgleichen, aber nicht vollständig kompensieren, sagte von Massenbach. Berlin werde von Ryanair weiterhin angeflogen, verliere aber einen Großteil des bisherigen Angebots.
In Deutschland sind Steuern und Gebühren hoch
Als Reaktion auf den Rückgang kündigte von Massenbach eine Überprüfung aller Kosten an. Zudem würden Investitionen verschoben.
Ryanair selbst bezeichnet den BER als „erfolglosesten Flughafen Europas“. Von Massenbach sagte, sie verstehe „die Frustration“ bei Ryanair angesichts hoher Kosten in Deutschland. Ihrer Einschätzung nach richtet sich die Kritik der Airline vor allem gegen den Bund: „Alles, was sie gegen den BER sagen, sagen sie gegen Deutschland.“
Die Luftverkehrsbranche kritisiert seit Längerem vergleichsweise hohe staatlich verursachte Steuern und Gebühren in Deutschland. Diese gelten als Hauptgrund dafür, dass sich der Luftverkehr hierzulande seit der Corona-Delle deutlich schwächer erholt habe als im übrigen Europa.