Vorbild Fußball?
Nach Golla-Wirbel: Handball-Boss erwägt Regeländerung
12.10.2026 – 09:22 UhrLesedauer: 2 Min.
DHB-Star Johannes Golla will nach wenigen Monaten zurück zu seinem Ex-Klub. Der Fall beschäftigt auch den Präsidenten der Handball-Bundesliga, der sich nun den Fußball zum Vorbild nehmen könnte.
Der Wechselwunsch von Handball-Nationalmannschaftskapitän Johannes Golla hat eine Grundsatzdebatte über Transferregeln in der Handball-Bundesliga ausgelöst. HBL-Präsident Uwe Schwenker möchte das Thema im Präsidium besprechen – und stellt dabei eine Praxis infrage, die im Handball seit Jahren üblich ist.
Golla möchte die MT Melsungen nur wenige Monate nach seinem Wechsel von der SG Flensburg-Handewitt wieder verlassen und zu seinem früheren Verein zurückkehren. Das hatte er Anfang Oktober in einer Stellungnahme verkündet. Als Motive nannte der 28-Jährige familiäre Gründe und eine Gefährdung seiner mentalen Gesundheit.
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Ein Wechsel könnte in der laufenden Saison vollzogen werden. Dabei hat Melsungen seinen Plan für die nächsten Jahre auf den Kreisläufer ausgelegt. Die Umstände lösten heftige Diskussionen im Handball aus. Prominente Stimmen wie Stefan Kretzschmar äußerten sich öffentlich zu der Thematik.
„Fragen nach Identifikation und Glaubwürdigkeit“
In der „Sport Bild“ spricht nun auch HBL-Präsident Schwenker über mögliche Konsequenzen, die nun im Präsidium diskutiert werden sollen: „Die Causa Golla habe ich zum Anlass genommen, das Vertrags-Thema auf die Agenda zu setzen. Da stellt sich schon die Frage, ob man an den bestehenden Regelungen etwas ändern sollte.“ Und weiter: „Der Fußball hat sich mit Transferfenstern selbst Regeln gegeben. Deshalb kann man zumindest darüber diskutieren, ob so etwas auch für den Handball denkbar wäre.“

Schwenker erläuterte seine Haltung: „Verträge werden teilweise sehr weit im Voraus geschlossen. In dieser Zeit können sich Lebensumstände verändern. Deshalb halte ich die Diskussion grundsätzlich für sinnvoll.“ Zudem warf er die Frage auf, was frühzeitige Wechselankündigungen für das Verhältnis zwischen Spielern und Fans bedeuten: „Wenn bekannt wird, dass ein Spieler noch anderthalb oder zwei Jahre für seinen Verein spielt, aber längst bei einem anderen Klub unterschrieben hat, wirft das Fragen nach Identifikation und Glaubwürdigkeit auf.“
Im Handball werden Spielerwechsel häufig Jahre im Voraus vereinbart und öffentlich gemacht. Gollas Transfer nach Melsungen wurde bereits im Dezember 2024 verkündet. Meister SC Magdeburg gab im August bekannt, den Franzosen Thibaud Briet zur Saison 2028/29 zu holen. Der Wechsel von Dika Mem vom FC Barcelona zu den Füchsen Berlin im Sommer 2027 steht seit Januar fest.