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Sport

Bundestrainer sucht die „Eierlegende Wollmilchsau“

wochentlich.deBy wochentlich.de10 Oktober 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Stürmerfrage bei den DFB-Frauen

Die Eierlegende Wollmilchsau


10.10.2026 – 09:39 UhrLesedauer: 4 Min.

Melissa Kössler (l.) neben Janina Minge: Die Angreiferin erzielte ihren ersten Doppelpack für die DFB-Frauen.Vergrößern des Bildes

Melissa Kössler (l.) neben Janina Minge: Die Angreiferin erzielte ihren ersten Doppelpack für die DFB-Frauen. (Quelle: IMAGO/HMB Media/Madeleine Fantini)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Melissa Kössler trifft doppelt und rückt ins Zentrum einer offenen Sturmdebatte. Was Bundestrainer Christian Wück sucht.

Sekunden vor dem 1:0 forderte Melissa Kössler gleich dreimal den Ball und startete jedes Mal in freie Räume. Das Spielgerät landete aber nicht bei ihr, sondern bei Mitspielerin Carlotta Wamser, die kurz den Kopf hob und den Ball weit über Kössler hinweg in Richtung Franziska Kett flankte. Kössler ließ sich jedoch nicht hängen, ging auch Ketts anschließendem Kopfball nach – und bugsierte schließlich den Ball kurz vor der Linie mit der Fußspitze in die Maschen.

Ein Tor der Marke „Thomas Müller“: Auch der ehemalige Bayern-Spieler erzielt seine Tore regelmäßig auf unorthodoxe Art und Weise. Für Kössler war es ihr erster Treffer im deutschen Trikot. „Ich wollte einfach sichergehen, dass er reingeht“, sagte sie nach dem 4:2-Sieg der DFB-Frauen gegen Australien im ARD-Interview. Einen Vergleich mit ihrem Vorbild, dem Weltmeister von 2014, wies Kössler dann aber doch ab: „Ob ich mir das jetzt genau abgeguckt habe, würde ich nicht sagen“, fügte sie lachend hinzu.

Es war an diesem Abend in Karlsruhe nicht ihr einziger Treffer. Kössler legte sieben Minuten nach dem 1:0 das 2:0 nach. Mit ihrem Doppelpack festigte sie ihren Platz im „Stürmerinnen-Karussell“ des DFB-Teams. Die 26-Jährige ist eine von vier Mittelstürmerinnen, die Christian Wück im siebten Länderspiel in diesem Kalenderjahr von Beginn an aufbot. Die Zahlen zeigen: Der Bundestrainer hat noch keine klare Lösung für die Sturmspitze gefunden. Aber wonach sucht er überhaupt?

„Wir brauchen eine körperlich starke Spielerin, die Bälle verteilen, verteidigen und festmachen kann. Die dazu torgefährlich ist und sich im Eins-gegen-Eins durchsetzen kann“, erklärte Wück und fügte an: „So eine Eierlegende Wollmilchsau wünscht man sich natürlich.“ Das Problem: Eben solche Spielerinnen sind „sehr rar gesät“, wie Wück betonte.

Kössler: „Wird den anderen gehörig Druck machen“

Gegen Australien kam Kössler diesem Ideal aber zumindest nahe. „Wenn man zwei Tore als Mittelstürmerin macht, wenn man so agiert in den Zweikämpfen, wenn man Bälle verteilt, dann ist das genau das, was wir in unserem Spielsystem brauchen“, lobte Wück, der Kössler erstmals im Juni in sein Aufgebot berufen hatte. Die Angreiferin vom Denver Summit FC musste sich lange gedulden, bestritt davor im Sommer 2024 letztmals ein Länderspiel unter dem damaligen Trainer Horst Hrubesch.

Wücks Fazit fiel deutlich aus: „Wenn man es kurz und knapp fassen will, hat sie ihre Chance genutzt“, zeigte sich der Bundestrainer zufrieden. „Sie wird den anderen Mittelstürmerinnen, die wir im Kader haben, gehörig Druck machen“, kündigte er an.

  • Krimi gegen Australien: DFB-Frauen siegen mit Mühe
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