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Politik

Ex-BND-Chef soll Ex-Kanzler Scholz um Hilfe gebeten haben

wochentlich.deBy wochentlich.de9 Oktober 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Wegen Geldproblemen

Ex-BND-Chef soll Scholz um Hilfe gebeten haben

Aktualisiert am 08.10.2026 – 17:33 UhrLesedauer: 2 Min.

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Der ehemalige Staatssekretär im Bundesinnenministerium und frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning, in einem Interview. (Archivbild) (Quelle: MATTHIAS GRABEN via imago-images/imago)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Der verhaftete ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes, August Hanning, soll verschuldet sein. Hintergrund könnten Forderungen aus Lettland sein.

Der ehemalige BND-Präsident August Hanning, der wegen Spionageverdachts verhaftet wurde, soll große Schulden haben, und dies schon seit längerer Zeit. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, wurde sogar die Pension des ehemaligen Beamten gepfändet.

Die Bundesanwaltschaft wirft Hanning geheimdienstliche Agententätigkeit, landesverräterische Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen und versuchten Landesverrat vor. Sein früherer Büroleiter beim Bundesnachrichtendienst, Manfred D., war bereits am Dienstag wegen Beihilfe zum versuchten Landesverrat und zur landesverräterischen Ausspähung in U-Haft gekommen.

  • Ex-BND-Chef in U-Haft: Anwalt äußert sich deutlich
  • Ex-BND-Chef verhaftet: Ein historisches Desaster

Der Anwalt von Hanning räumte ein, dass sein Mandant im Besitz vertraulicher Unterlagen gewesen sei. „Unzutreffend ist allerdings der Vorwurf, er habe darin enthaltene Informationen zum Nachteil der Bundesrepublik Deutschland – geschweige denn gegen Bezahlung – weitergegeben“, teilte Rechtsanwalt Leon Kruse mit. „Mein Mandant wird zu Unrecht verfolgt.“ Zu möglichen Finanzproblemen gab es keine Stellungnahme.

Forderungen wegen Mandat bei lettischer Bank

Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, soll die Insolvenz der lettischen Bank PNB Banka Grund für die Finanznot sein. Bei dieser saß Hanning im Aufsichtsrat. Nach der Insolvenz wurden Hanning und weitere frühere Verantwortliche, darunter der ehemalige Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, auf Schadenersatz verklagt. Nach „Bild“-Angaben soll es bei Hanning um bis zu vier Millionen Euro gehen.

Der Insolvenzverwalter in Lettland warf früheren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern vor, kurz vor dem Zusammenbruch Entscheidungen getroffen zu haben, die den früheren Eigentümer Grigory Guselnikov von Verbindlichkeiten gegenüber der Bank entlasteten, ohne dass die Bank dafür eine angemessene Gegenleistung erhielt. Neun frühere Verantwortliche, unter ihnen Hanning, wurden deshalb auf rund 32 Millionen Euro Schadenersatz verklagt.

Hanning habe am 6. Februar 2022 einen Brief an den damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz geschrieben und um Hilfe gebeten, wie „Bild“ und „Der Spiegel“ berichteten. Der lettische Ministerpräsident Krišjānis Kariņš stand damals vor einem Besuch in Deutschland und der ehemalige Nachrichtendienstler soll den Kanzler gebeten haben, die Insolvenz der Bank und die Forderungen anzusprechen. Es gab aber keine Hilfe aus dem Kanzleramt, sagte Hanning später der „Bild“.

Der ehemalige deutsche Geheimdienstchef warf den lettischen Behörden vor, „rechtswidrige Vorgänge beim Aktionärswechsel und den Abfluss von mehr als 30 Millionen Euro gekannt oder gebilligt und Aufklärung verhindert zu haben“. Hanning hatte in einer Eingabe an lettische Behörden erklärt, dass es im Rahmen der Liquidierung der Bank zu Korruption und anderen Unregelmäßigkeiten gekommen sei. Das berichtete die lettische Zeitung „NRA“. Die Vorwürfe gegen ihn hat er zurückgewiesen.

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