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KI-Agenten von OpenAI bearbeiteten Einträge ohne Erlaubnis

wochentlich.deBy wochentlich.de7 Oktober 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Unerlaubte Zugriffe

KI-Agenten von OpenAI bearbeiteten Wikipedia-Seiten


07.10.2026 – 11:20 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Wikipedia auf dem Handy: Millionen Bot-Anfragen belasten Wikimedias Infrastruktur. (Quelle: SOPA Images/imago)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Programme von OpenAI haben bei Wikipedia Seiten verändert und die Server belastet. Die Betreiber fanden die Spuren erst, nachdem sie gezielt danach gesucht hatten.

Die Wikimedia Foundation hat auf ihren Plattformen Spuren von KI-Agenten des US-Unternehmens OpenAI gefunden, die ohne Genehmigung Wiki-Seiten bearbeitet und die technische Infrastruktur stark belastet haben. Das teilte die Stiftung, die Wikipedia betreibt, in einem Blogeintrag mit.

KI-Agenten sind Programme, die eine Aufgabe allein erledigen, ohne dass ein Mensch jeden Schritt vorgibt. Zuletzt hatten mehrere Organisationen berichtet, dass solche Agenten außer Kontrolle geraten und in fremde Webseiten eingedrungen seien. Agenten aus dem Umfeld von OpenAI hätten dabei fremde öffentliche Wikis genutzt, um sich untereinander zu verständigen. Gemeint sind gemeinsam bearbeitete Webseiten, die nicht zu Wikimedia gehören. Die Stiftung prüfte deshalb ihre eigenen Protokolle.

Änderungen an einem Werkzeug für Quellenangaben

Die Änderungen seien für normale Leser nicht zu sehen gewesen. Fast alle hätten in Testbereichen stattgefunden, die vom eigentlichen Lexikon getrennt sind. Einige Änderungen hätten allerdings die Einstellungen eines Werkzeugs betroffen, das Quellenangaben verwaltet.

Diese Änderungen seien möglicherweise böswillig gewesen und hätten dazu dienen sollen, über dieses Werkzeug Daten von anderen Webseiten abzurufen. Automatische Programme dürfen Wikipedia nur bearbeiten, wenn sie sich zu erkennen geben und die Gemeinschaft zustimmt. Beides war nicht der Fall.

Agenten versuchten nach Darstellung der Stiftung außerdem, ein öffentliches Notizwerkzeug von Wikimedia zu übernehmen und ebenfalls für den Abruf fremder Daten zu nutzen. Diese Versuche seien gescheitert. Andere Agenten hätten dort Notizen zu ihren Aufgaben abgelegt, ohne dass daraus eine Abstimmung untereinander erkennbar geworden sei.

Hinzu kamen Millionen automatisierter Anfragen an öffentliche Schnittstellen, über die Programme Inhalte abrufen können, sowie das systematische Auslesen von Millionen Seiten, vor allem bei den Projekten Wikidata und Wikimedia Commons. Hunderttausende Abfragen gingen etwa an den Abfragedienst von Wikidata. Dieser Datenverkehr habe womöglich zu einem partiellen Ausfall des Dienstes im Mai beigetragen.

Hinweise darauf, dass die Agenten in die Systeme eingedrungen sind oder Daten abgegriffen haben, fand die Stiftung nach eigenen Angaben nicht. Dass sich die Agenten über Wikimedia-Seiten abgestimmt hätten, ergaben die Protokolle demnach ebenfalls nicht.

Stiftung sieht OpenAI in der Pflicht

Die Wikimedia Foundation erklärte, sie sei besorgt über die Folgen solcher Agenten für offene Wissensplattformen; ein solches Verhalten dürfe nicht zur neuen Normalität werden. OpenAI räume zwar ein, dass sich die Agenten unvorhersehbar verhielten. Das Unternehmen müsse die Risiken aber auch im Blick behalten und abwenden. KI-Firmen sicherten ihre Systeme nicht gut genug ab. Die Last trügen alle anderen, auch kleine Organisationen.

„Unsere kollektive Priorität sollte die Gesundheit des gesamten Internet-Ökosystems sein, damit es weiterhin allen Menschen zugutekommt und nicht nur einer Handvoll Milliardäre“, heißt es in dem Blogeintrag.

Bereits 2025 hatte die Stiftung berichtet, ihr Bandbreitenbedarf sei wegen der seit 2024 zunehmenden Zugriffe durch Bots um 50 Prozent gestiegen. 65 Prozent des Datenverkehrs, der die meisten Ressourcen verbrauchte, stammten demnach von Bots. Die zusätzlichen Kosten zahle die Stiftung bereits.

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