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You are at:Home»Panorama»Bagger hebt riesigen Schatz aus der Donau
Panorama

Bagger hebt riesigen Schatz aus der Donau

wochentlich.deBy wochentlich.de22 September 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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„Es grenzt an ein kleines Wunder“

Rostiger Fund entpuppt sich als Jahrhundertschatz


Aktualisiert am 22.09.2026 – 10:02 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Die Kiesgrube in Deinham an der Donau: Archäologische Taucher untersuchen die Fundstelle, im Hintergrund ist der Schaufelbagger zu sehen. (Quelle: Heinz Gruber/Bundesdenkmalamt)

Ein Bagger holt rostige Eisenklumpen aus der Donau. Was zunächst nach Schrott aussieht, entpuppt sich als Schatz aus der Eisenzeit.

Er sah zunächst aus wie Schrott: verrostetes Eisen, mit Kies und Sand verkrustet. Doch der aus der Donau gebaggerte Fund im oberösterreichischen Deinham entpuppt sich nach wissenschaftlichen Analysen als Schatz aus der Eisenzeit – und als Europas bislang größte bekannte Ansammlung solcher Eisenbarren.

Mindestens 500 Halbfabrikate kamen dort bereits 2019 bei Kiesabbauarbeiten ans Licht. Ihr ursprüngliches Gesamtgewicht schätzen Archäologen um Peter Trebsche von der Universität Innsbruck auf rund 1.035 Kilogramm Eisen. Das Material hätte gereicht, um ungefähr 500 Schwerter herzustellen.

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen des Funds wurden nun im Fachjournal „Antiquity“ veröffentlicht. Radiokarbondatierungen ordnen die Barren in die La-Tène-Zeit ein, also in die späte Eisenzeit vom 4. bis 1. Jahrhundert vor Christus.

Eisenbarrenfunde aus der Donau mit verschiedenen Graden der Kiesverkrustung (gravel = Kies).Vergrößern des Bildes
Eisenbarrenfunde aus der Donau mit verschiedenen Graden der Kiesverkrustung (gravel = Kies).

Schatz aus der Donau landet nicht bei Schrotthändlern

Dass der Fund überhaupt untersucht werden konnte, ist aus Sicht der Forschenden ein Glücksfall. Im Frühjahr 2019 förderte ein großer Schaufelbagger im Kieswerk Deinham zahlreiche an beiden Enden zugespitzte Eisenstücke zutage. Solche stark korrodierten Flussfunde werden leicht übersehen – oder für wertlosen Schrott gehalten.

Die Arbeiter meldeten die Objekte jedoch der zuständigen Behörde. „Es grenzt an ein kleines Wunder, dass dieser außergewöhnliche Fund nicht bei Schrotthändlern gelandet ist, sondern dem österreichischen Bundesdenkmalamt gemeldet wurde“, schreibt der Studienautor Trebsche. „So konnte der größte Massenfund von Eisenbarren in Europa geborgen werden.“

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Keine fertigen Waffen, sondern Halbfabrikate

Am Ende kamen 540 Fragmente zusammen. Die Wissenschaftler konnten daraus eine Mindestzahl von 500 Barren bestimmen. Seit 2023 werden die Funde dauerhaft bei der Oberösterreichischen Landes-Kultur GmbH in Linz aufbewahrt.

Bei den Fundstücken handelt es sich um sogenannte Halbfabrikate. Sie waren also bereits geschmiedet, aber noch nicht zu fertigen Gegenständen verarbeitet. Aus ihnen konnten Schmiede einst Waffen, Werkzeuge oder Nägel herstellen.

Die Deinhamer Stücke weisen eine charakteristische, an beiden Enden zulaufende Form auf. Die Forscher ordnen sie einer neuen Variante dieser eisenzeitlichen Halbfabrikate zu.

Vermutlich bei einem Schiffsunglück verloren

Doch wie gelangte mehr als eine Tonne Eisen nach Deinham? Der Fundort liefert einen entscheidenden Hinweis. Die Barren kamen in einem Gebiet zum Vorschein, in dem vor der Regulierung der Donau mehrere Flussarme verliefen. Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass die schwere Ladung einst auf dem Fluss transportiert wurde.

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