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You are at:Home»Gesundheit»Was Morgenrot und Dunkelheit mit uns machen
Gesundheit

Was Morgenrot und Dunkelheit mit uns machen

wochentlich.deBy wochentlich.de19 September 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Licht ist weit mehr als ein ästhetisches Erlebnis. Es steuert Schlaf, Hormone und Zellprozesse. Was Morgenrot, Dämmerung und Dunkelheit mit unserem Körper machen.

Ein Sonnenaufgang am Meer, das Grün des Waldes, ein wolkenlos blaues Firmament und der tiefrote Abendhimmel – schöne und emotionale Momente. Doch Licht und Farbe sind weit mehr für unseren Körper. Sie wirken auf unsere innere Uhr, den Schlaf- und Wachrhythmus, auf Stimmung und Aufmerksamkeit.

Bestimmte Wellenlängen des Lichts können direkt mit unseren Zellen und ihren Kraftwerken, den Mitochondrien, interagieren. Wir sind eben Kinder der Sonne, jedenfalls biologisch.

Licht stellt unsere innere Uhr

Besonders wichtig ist das Licht am Morgen. In unserer Netzhaut sitzen neben klassischen Stäbchen und Zapfen auch lichtempfindliche Ganglienzellen, die den Fotorezeptor Melanopsin, ein Protein, enthalten und besonders auf kurzwelliges, blau-türkises Licht im Bereich um etwa 480 bis 490 Nanometer reagieren. Von da wandert die Information direkt zu unserer inneren Hauptuhr im Gehirn. Sie koordiniert unseren inneren 24-Stunden-Rhythmus und damit Schlaf und Wachheit, Ausschüttung von Hormonen, Körpertemperatur und zahlreiche Stoffwechselprozesse.

Tageslicht ist selbst an einem bedeckten Morgen meist viel heller als das Licht in Wohn- und Arbeitsräumen. Wer morgens vor die Tür geht, tut deshalb nicht nur etwas für Kreislauf und Muskeln: Er stellt seine innere Uhr.

Der Zeitpunkt ist wichtig

Und dann kommt die goldene Stunde (golden hour). So nennen Fotografen die Zeit kurz nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang. Das Sonnenlicht legt nun einen längeren Weg durch die Atmosphäre zurück. Kurzwelliges Licht wird stärker gestreut, das direkte Sonnenlicht erscheint wärmer, gelb, orange und rot.

Hier kommt eine weniger bekannte Seite des Sonnenlichts ins Spiel. Es besteht ja nicht nur aus den für uns sichtbaren Regenbogenfarben und der UV-Strahlung; ein erheblicher Teil liegt im roten und infraroten Bereich. Gerade Rot und Nahinfrarot sind Gegenstand eines spannenden Forschungsfeldes: der Photobiomodulation. Das ist die durch Licht gesteuerte Veränderung der Zellfunktionen.

Bestimmte Wellenlängen des Lichts können biologische Prozesse beeinflussen, ohne Gewebe zu erhitzen oder zu schädigen. Wenn rotes oder nahinfrarotes Licht auf Zellen trifft, kann es dort die Aktivität der Zellkraftwerke (Mitochondrien) verändern – zum Beispiel die Atmung der Mitochondrien und die anschließenden Signale innerhalb der Zelle. Untersucht werden Effekte auf die Energie sowie auf Reparatur-, Entzündungs- und zelluläre Stressreaktionen. Licht erreicht also nicht nur das Auge – bestimmte Wellenlängen können, je nach Eindringtiefe, auch mit unserem Gewebe kommunizieren. Die biologische Wirkung von Licht hängt jedoch nicht nur von seiner Wellenlänge und Dosis ab, sondern auch davon, wann unser Körper es bekommt.

Licht und innere Uhr sprechen miteinander

Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit kommt sogar zu der Hypothese, dass wir bei den gesundheitlichen Wirkungen des Sonnenlichts bislang möglicherweise zu einseitig auf Vitamin D und UV-Licht geschaut haben und Rot beziehungsweise Nahinfrarot einen Teil der Effekte mit erklären könnten. Gibt es eine „Sonnenuntergangstherapie“?

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