Gunz zweifelte zugleich daran, dass die Verwaltung die Lage im Griff hatte.
Als er Kritik an der Verwaltung äußerte, habe ich ihn gebeten: „Kommen Sie hierher und schauen Sie sich genau an, was wir machen.“ Wir waren rund um die Uhr vor Ort. Wenn es ein Problem gab, haben wir versucht, es dort zu lösen. Ich habe Respekt vor Herrn Gunz und Frau Walter-Mommert. Sie haben uns wirklich geholfen, insbesondere finanziell. Das habe ich auch öffentlich gesagt. Aber in dieser Form würde ich es nicht noch einmal machen.
Zentrale Vereinbarungen wurden nicht eingehalten. Ich jedoch habe mich an sämtliche Vereinbarungen gehalten.
Welche Vereinbarungen meinen Sie konkret?
Erstens war vereinbart, dass der gesamte Weg des Tieres vom Verladen bis zur Freilassung per Video dokumentiert wird. Zweitens sollte es vor der Freilassung noch einmal eine tierärztliche Begutachtung geben. Schon vor dem Transport hatte ich von den beiden Tierärzten eine schriftliche Bestätigung verlangt, dass das Tier transportfähig ist.
Wir hatten die Anbringung des Trackers nur unter der Voraussetzung geduldet, dass wir sämtliche Daten unverzüglich bekommen, sobald er Daten liefert. Wir haben nach der Bergung des Trackers aber nur einen Teil der Daten erhalten, die die Position des Wals betreffen. Erst kürzlich hat die Initiative die übrigen Daten, zum Beispiel zu den Tauchtiefen, auf einer Webseite veröffentlicht. Das hat zu erheblichen Spannungen geführt.
Waren Sie also zu gutgläubig?
Nein. Ich bin kein naiver Mensch.
Aber genau Ihr Vertrauen ist doch missbraucht worden.
Ja, leider. Und darüber bin ich enttäuscht. Wir hatten schriftliche Vereinbarungen, eine Haftungsfreistellung und eine Kostenübernahmeerklärung. Ich habe auf die unternehmerische Fähigkeit und auf die Art und Weise vertraut, wie man mir entgegengetreten ist. Mehr kann ich dazu nicht sagen.
Würden Sie sich beim nächsten lebend gestrandeten Wal noch einmal auf private Retter einlassen?
Nein, das kann ich mit Sicherheit sagen. Wir brauchen für solche Fälle einen festen Modus. Deshalb habe ich über die Umweltministerkonferenz eine Initiative angestoßen. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe soll Vorschläge dazu erarbeiten, wie wir künftig mit lebend gestrandeten Walen umgehen. Private Initiativen sollten aber bestimmt keine Rolle mehr spielen.