Schock am Donnerstagnachmittag
Brandanschlag auf Synagoge: Neue Details zum Verdächtigen
Aktualisiert am 17.09.2026 – 17:51 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Unbekannter hat versucht, eine Synagoge in Nordrhein-Westfalen in Brand zu setzen. Verletzt wurde niemand.
Auf eine Synagoge in Wuppertal ist am frühen Donnerstagnachmittag ein Brandanschlag verübt worden. Der mutmaßliche Täter sei festgenommen worden, verletzt wurde niemand, berichtete ein Polizeisprecher t-online. Zuvor hatte die „Jüdische Allgemeine“ berichtet. Am Abend ergänzte die Polizei, bei dem Verdächtigen handele es sich um einen polizeibekannten 37-jährigen Afghanen.
Laut Polizei war es gegen 14 Uhr zu dem Einsatz gekommen. Der Mann habe versucht, einen Nebeneingang der Synagoge in Wuppertal-Barmen in Brand zu setzen. Es habe auch kurz gebrannt, das Feuer sei aber durch Angehörige der Synagoge schnell gelöscht worden. Es sei ein geringer Sachschaden entstanden. Laut der „Jüdischen Allgemeinen“ soll der Mann mehrere Beutel mit brennbarer Flüssigkeit geworfen haben.
Der Tatverdächtige konnte dem Sprecher zufolge binnen weniger Minuten festgenommen werden. Zum Motiv gab es zunächst ebenso wenig Informationen wie zu seinen Personalien. Der Staatsschutz habe die weiteren Ermittlungen übernommen, hieß es.
Zentralrat der Juden äußert sich nach Brandanschlag
Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, zeigte sich bestürzt. „Was mich zutiefst verstört, ist die Seelenruhe, mit welcher der Täter in Wuppertal diesen Anschlag am helllichten Tag durchgeführt hat“, sagte er laut einer Mitteilung.
Der Zeitpunkt des Anschlags ist nach Ansicht von Schuster nicht zufällig gewählt. Er erinnere an den Anschlag von Chanukka 2025 in Sydney, Jom Kippur 2025 in Manchester sowie den Anschlag in Halle 2019. „Es bleibt das Muster antisemitischer Gewalt, Feiertage auszuwählen, um Angst zu verbreiten und jüdisches Leben immer weiter aus der Öffentlichkeit zu verdrängen.“
Am Sonntag beginnt mit Jom Kippur der höchste jüdische Feiertag. Jom Kippur ist ein strenger Fastentag, nicht einmal Wasser ist erlaubt. Gläubige Juden beten den ganzen Tag in der Synagoge. „Die Sicherheitsbehörden sind in der Pflicht, die Sicherheit der Gottesdienste zu gewährleisten“, forderte Schuster.