Streaming-Tipp
Perfekt fürs Wochenende: Diese Krimiserie sorgt für Gänsehaut
Aktualisiert am 18.09.2026 – 06:30 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Däne Søren Sveistrup ist mit seinen Krimigeschichten in Buch- und TV-Format bekannt geworden. Mit dieser Netflix-Serie beweist er erneut sein Können.
Der Däne Søren Sveistrup hat sich als Drehbuchautor und Schriftsteller einen Ruf mit spannenden Kriminalgeschichten gemacht. Weltweit bekannt wurde er als Erfinder von „Kommissarin Lund“, jener Serie, die später als „The Killing“ in den USA neu verfilmt wurde. Sie brachte ihm sogar einen BAFTA-Award ein. Mit „Der Kastanienmann“ bewies Sveistrup 2018, dass er auch als Romanautor weiß, wie spannende Unterhaltung geht.
Netflix erkannte das Potenzial früh: Schon 2019 sicherte sich der Streamingdienst die Rechte an Sveistrups damals noch unveröffentlichtem Debütroman. Für Netflix war das ein kalkuliertes Risiko mit Aussicht auf großen Erfolg. Schließlich hatte Sveistrup mit seiner Vorlage bereits vor Veröffentlichung Kritiker begeistert, die den Roman mit den Thrillern von Stieg Larsson verglichen. Die Rechnung ging auf: Die Serie mit mittlerweile zwei Staffeln ist ein voller Erfolg.
Darum geht es in „Der Kastanienmann“
Die Kopenhagener Ermittlerin Naia Thulin (Danica Curcic) wird zu einem grausamen Fundort gerufen: Auf einem Spielplatz liegt die Leiche einer jungen Frau, ihr fehlt eine Hand. Neben ihr liegt eine kleine Figur aus Kastanien und Streichhölzern, wie sie dänische Kinder im Herbst basteln. An Thulins Seite ermittelt Mark Hess (Mikkel Boe Følsgaard), ein Europol-Agent, der vorübergehend nach Kopenhagen zurückkehrt.
Was zunächst wie ein einzelner Mordfall wirkt, entpuppt sich schnell als weit größeres Rätsel, das bis zu einem Jahre zurückliegenden Verschwinden und in die höchsten politischen Kreise reicht.
Fünf Jahre nach dem Fall um den Kastanienmann kehrt die Serie mit einer zweiten Staffel zurück. Das Duo Thulin und Hess ermittelt wieder, allerdings mit spürbaren Spannungen zwischen den beiden. Neu im Cast ist Sofie Gråbøl, die Marie Holst spielt, die Mutter eines früheren Mordopfers. Wieder verbirgt sich hinter einem einzelnen Verbrechen ein Fall, der tiefer reicht als gedacht, diesmal orientiert an einem Abzählreim aus einem Kinderspiel.
Das macht die Serie sehenswert
Was „Der Kastanienmann“ von vielen Krimiserien abhebt, ist die Konsequenz, mit der Sveistrup private Abgründe seiner Figuren mit dem Fall verknüpft. Ähnlich hatte er es bereits mit „Kommissarin Lund“ vorgemacht. Dabei interessiert sich der Autor weniger für die reine Auflösung des Falls. Vielmehr geht es ihm um die Wunden, die seine Ermittler mit sich herumtragen.
Naia Thulin kämpft mit ihrer Rolle als alleinerziehende Mutter; Mark Hess kämpft mit einer Vergangenheit, über die er lieber schweigt. Beide werden im Lauf der Ermittlungen so tief in den Fall hineingezogen, dass sich Berufliches und Privates kaum noch trennen lassen.
Sehenswert macht die Serie außerdem ihr Gespür für Atmosphäre. Sveistrup nutzt das dänische Herbstwetter, neblige Wälder und die Kastanienbastelei als ruhigen, fast schon nostalgischen Kontrast zu den brutalen Verbrechen. Wer sich auf das eher gemächliche Erzähltempo einlässt, wird mit einer Geschichte belohnt, die sich Zeit für ihre Figuren nimmt, ohne dabei an Spannung zu verlieren.