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LG-Fernseher zeichnen Gespräche auf – das sagt der Hersteller

wochentlich.deBy wochentlich.de15 September 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Massives Datensammeln

LG-Fernseher zeichnen Gespräche auf – das sagt der Hersteller


Aktualisiert am 15.09.2026 – 14:33 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

LG Evo G5: Laut Sicherheitsforschern hört das Gerät mit, was im Haushalt passiert. (Quelle: OLED Evo G5)

Smart-TVs von LG sollen selbst im Ruhezustand über das eingebaute Mikrofon mithören, was im Haushalt besprochen wird. LG äußert sich. Alle Details.

Sicherheitsforscher hatten LG vorgeworfen, dass dessen smarte Fernseher die Gespräche ihrer Besitzer im Wohnzimmer aufzeichnen – auch wenn der Bildschirm ausgeschaltet ist. Fehlt die Internetverbindung, sollen die Geräte demnach die Audiodaten lokal speichern und übertragen, sobald die Fernseher wieder online sind.

LG bestreitet die Vorwürfe. In einem Schreiben vom Presseteam des Konzerns, das t-online vorliegt, heißt es: „LG Smart TVs zeichnen Gespräche von Nutzern nicht fortlaufend auf und übertragen sie auch nicht kontinuierlich.“ Entsprechende Funktionen würden erst gestartet, wenn Anwender „die Sprachsteuerung über ein unterstütztes Aktivierungswort oder durch Drücken der Sprach- beziehungsweise KI-Taste auf der Fernbedienung aktivieren.“

Andernfalls würden Audiodaten weder in Text umgewandelt noch gespeichert oder übertragen. Wie LG weiter schreibt, seien Spracherkennungsfunktionen standardmäßig nicht aktiviert. Nutzer könnten selbst entscheiden, „ob sie diese Funktionen aktivieren möchten, und ihre Einwilligung über die TV-Einstellungen verwalten oder widerrufen“.

Die Vorwürfe hatte das US-amerikanische Portal Gamers Nexus gemacht, das mit IT-Experten mehrere LG-OLED-Fernseher untersucht hatte, darunter den LG G5. Nach eigenen Angaben steckten mehr als 500 Arbeitsstunden und Kosten von über 70.000 US-Dollar in dem Projekt.

  • Riesiges Datenleck: 124 Millionen Passwörter geklaut
  • YouTube-Konkurrent: Hacker stehlen Nutzerdaten von Vimeo

Die Forscher hatten nach eigenen Angaben festgestellt, dass die LG-Geräte das lokale Netzwerk systematisch nach verbundenen Geräten durchsuchen. Im Test habe ein Fernseher mindestens 38 Geräte erkannt – darunter Smartphones, Smartwatches, Drucker und Teile der Gebäudetechnik.

Bei einem Computer habe das Gerät sogar registriert, dass darauf die Fernwartungssoftware TeamViewer lief. Zusätzlich erfassten die Fernseher benachbarte WLAN-Netze, deren Daten sich zur Standortbestimmung nutzen lassen.

Spracheingaben im Klartext

Besonders kritisch bewerteten die Forscher den Umgang mit Audiodaten. Das eingebaute Mikrofon soll auch dann aktiv sein, wenn der Bildschirm dunkel ist, hieß es. In Tests tauchten Spracheingaben als Klartext in Logdateien auf, darunter wohl auch Gesprächsfetzen, die nach einem Sprachbefehl aufgezeichnet wurden, ohne dass der Nutzer das Gerät erneut angesprochen hatte. Unter günstigen Bedingungen soll das Mikrofon Sprache noch aus bis zu 21 Metern Entfernung erfasst haben.

Neben dem Mikrofon setze LG auf sogenannte Automatic Content Recognition (ACR). Die Technologie erstellt einen digitalen Fingerabdruck der gerade gezeigten Inhalte. Und das unabhängig davon, ob diese über eine App des Fernsehers oder per HDMI zugespielt werden.

LG Ad Solutions, die Werbetochter des Konzerns, beschreibt ACR auf der eigenen Webseite als Werkzeug zur Auswertung des Sehverhaltens. Nach eigenen Angaben hat LG Ad Solutions Zugriff auf Daten von mehr als 363 Millionen Geräten allein in den USA.

Auch dazu äußerte sich LG in seinem Schreiben: „Sofern ACR verfügbar und aktiviert ist, können ACR-bezogene Informationen für die Zielgruppensegmentierung sowie zur Analyse von Seh- oder Zuschauertrends verwendet werden“, heißt es. Screenshots, Bildschirmaufzeichnungen, Videoaufnahmen, Sprachaufnahmen oder Audioaufnahmen des Fernsehgeräts würden nicht erfasst.

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