Also eine gut kalkulierte, erfolgreiche Karriereplanung.
So würde ich es nicht beschreiben. Das fühlt sich für mich zu konkret an. Es war vielmehr eine Sehnsucht nach einer Form von Ausdruck, bei der ich nicht das darstellende Element bin, sondern das leitende, kreierende Element im Hintergrund.
Aber um in Deutschland als Autorin und Regisseurin einen unabhängigen Film auf die Beine zu stellen, bedarf es doch vor allem Geld. Oder?
Das kann man so sagen. Mein Bewusstsein dafür, wie schwierig es ist, Filme zu finanzieren, ist extrem gewachsen, seitdem ich meinen eigenen Film gemacht habe.
Vorher ging es für mich eher um die Frage: Bekomme ich eine Rolle oder nicht? Und wenn ich sie bekomme, wie kann ich sie am besten spielen?
Und dann kam 2022 „Falling Into Place“ …
Ja, es war eine interessante Phase: Wir kamen gerade aus der Pandemie, oder waren noch mittendrin. Gleichzeitig gab es einen starken Anstieg bei den Streamern und plötzlich sehr viel Geld in diesem Markt. Kurz danach ist diese Blase geplatzt. Viele Projekte wurden abgesagt, zurückgezogen, Streamer sind wieder verschwunden oder haben sich teilweise aus Deutschland verabschiedet. Plötzlich war viel weniger Geld im Markt. Das merkt man immer noch.
Können Sie das präzisieren?
Ich habe das Gefühl, dass nach wie vor sehr auf Sicherheit gesetzt wird, auch bei der Filmförderung. Es ist momentan schwierig, Dramen zu finanzieren, die Geschichten über die emotionale Bandbreite des Menschseins erzählen und erforschen wollen. Es wird stark auf Genre und weiterhin auf große Namen gesetzt.
Wie sehr frustriert Sie das?
Das ist meine Realität als Regisseurin und Autorin, und ich muss damit umgehen.
Ihren Lebensunterhalt finanzieren Sie sich also weiterhin hauptsächlich aus der Schauspielerei?
Ganz klar. Gerade wenn wir über Indie-Filme reden, ist das zumindest in diesem Moment meines Lebens nicht das, womit ich reich werde. Da fließen vor allem Liebe, Schweiß, Nerven und Leidenschaft hinein.
Das ist ja nur ein Teil des Filmemachens. Was ich bei meinem Regiedebüt zurückbekommen habe, war vor allem die große Liebe des Publikums. Ich habe große Kinotouren gemacht, war in Deutschland, Spanien, Australien und Großbritannien unterwegs. Menschen kamen nach dem Film weinend zu mir und sagten: „Das habe ich auch erlebt“ oder „Dein Film gibt mir Hoffnung“. Allein für diese Menschen hat es sich gelohnt, finde ich.