Dreharbeiten verlängert
Hollywood: Nürnberg ersetzt Schloss Windsor und Canterbury
09.09.2026 – 08:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Eigentlich sollte Hollywood nur kurz in Nürnberg Station machen. Doch dann verliebte sich Regisseur Paul Greengrass in die Stadt – aus zwei Drehtagen wurden zwölf.
Wer im neuen Historienfilm „The Uprising – Für die Freiheit“ durch Canterbury oder Schloss Windsor geführt wird, blickt dabei mitunter gar nicht auf England. Sondern auf Nürnberg.
Für den Film mit Hollywoodstar Andrew Garfield wurde die Nürnberger Altstadt vor rund einem Jahr zur englischen Kulisse. Eine besonders vielseitige Rolle bekam dabei die Sebalduskirche: Nürnbergs älteste Pfarrkirche steht im Film gleich für mehrere Schauplätze – unter anderem für die Kathedrale von Canterbury, Schloss Windsor, ein königliches Schlafgemach und eine Schreibstube. Dabei hatte zunächst alles viel kleiner angefangen.
- „The Uprising“: Die Premiere des Kinofilms im Nürnberger Kino Cinecitta
Aus zwei geplanten Drehtagen wurden zwölf
So erklärte Berlind Bernemann, Filmbeauftragte der Stadt Nürnberg, der Deutschen Presse-Agentur.“Am Anfang ging es nur um eine Kirche und um maximal zwei Drehtage“. Am Ende drehte die Produktion zwölf Tage an verschiedenen Orten in der Nürnberger Altstadt.
Vor allem St. Sebald hatte es Regisseur Paul Greengrass offenbar angetan. „Ich glaube, Paul Greengrass war einfach schockverliebt in die Sebalduskirche“, sagte Pfarrer Martin Brons.

Nürnberger Kirche für Dreharbeiten auf den Kopf gestellt
Für die Dreharbeiten wurden unter anderem Kirchenbänke und Teile des Inventars herausgeräumt. Dauerhafte Veränderungen an dem historischen Gebäude waren nach Angaben der Produktion aber nicht nötig. Wo für den Film größere Räume gebraucht wurden, seien diese digital erweitert worden, erklärte der deutsche Produzent Philipp Kreuzer. Ausgangspunkt sei stets das gewesen, was tatsächlich vor der Kamera stand.
Das Filmteam habe dabei bisweilen bis spät am Abend gearbeitet, berichtete Brons. Trotzdem sei am nächsten Morgen alles wieder für den Gottesdienst an seinem Platz gewesen. Jeder habe genau gewusst, wo selbst einzelne Kerzen hingehörten.

Brons selbst schaffte es ebenfalls vor die Kamera: Er ist kurz als Statist zu sehen. Für die wenigen Sekunden im fertigen Film seien mehrere Stunden an zwei Drehtagen nötig gewesen.