Vereinschef wurde unterstützt
Werteunion will von Maaßen Tausende Euro für Anwälte zurück
Aktualisiert am 06.09.2026 – 12:21 UhrLesedauer: 5 Min.

Hans-Georg Maaßen klagte und ließ sich das von der Werteunion bezahlen. Bei dem Verein verlangt man jetzt vom früheren Vorsitzenden Geld zurück und stellt einen Verdacht in den Raum.
10,5 auf 7,4 Zentimeter groß, etwas vergilbt, mit dem Logo, das die CDU bis ins Jahr 1994 nutzte – und in der Mitte durchgeschnitten: Hans-Georg Maaßen postete im Januar 2024 das Foto seines zerteilten CDU-Mitgliedsausweises und einer Schere, um seinen Austritt aus der Partei zu verkünden. Er wollte sich voll auf den „Aufbau der Werteunion als neue bürgerliche Partei konzentrieren“, erklärte er. Fünf Tage zuvor hatten die Mitglieder des Vereins Werteunion die Gründung der Partei beschlossen.
Da hatten sie auch entschieden, dass der Verein Anwaltskosten von Hans-Georg Maaßen für seinen Kampf gegen den Rauswurf aus der CDU übernimmt. Das Verfahren hatte sich damit erledigt, die Kosten von 120.000 Euro dafür nicht. Die sind jetzt noch einmal Thema, weil inzwischen auch das Tischtuch zwischen Maaßen und seinem früheren Verein zerschnitten ist. Die Werteunion will Geld von ihrem früheren Vorsitzenden zurück, das an die Rechtsanwaltskanzlei Höcker für zwei Maaßen-Verfahren geflossen ist. Im Raum steht eine Rückforderung von rund 40.000 Euro.
Die Mitgliederversammlung der Werteunion hat am Samstag im rheinland-pfälzischen Andernach entschieden, dem früheren Vorstand um Maaßen die Entlastung zu verweigern. Das soll den Weg zu Rückforderungen offenhalten. Der Vorstand des Vereins erhielt den Auftrag, Wege zu prüfen, das Geld von Maaßen zurückzuerhalten. Der Vorschlag, damit abzuschließen, wurde nur kurz diskutiert. Dagegen gab es großen Applaus für die Forderung eines Redners, „Maaßen nicht damit einfach davonkommen“ zu lassen.
Maaßen schielt auf Ministeramt in Sachsen-Anhalt
Der Unmut über den früheren Verfassungsschutzchef sitzt tief. Dieser tritt nach dem gescheiterten Kapitel Werteunion weiterhin selbstbewusst auf, hat sich sogar als möglicher Innenminister für Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt ins Gespräch gebracht: „Wenn es dem Land hilft, würde ich es machen“, hatte er der „Zeit“ gesagt. Maaßens Nachfolger als Vereinsvorsitzender bei der Werteunion, Kay-Achim Schönbach, beklagte, Maaßen habe den Verein nur als Geldgeber und Plattform gesehen, um selbst wirken zu können. Zudem habe Transparenz gefehlt.

Der aktuelle Vorstand wartet nach Darstellung von Schatzmeister Carl Maria Falck noch auf die Herausgabe von diversen Vereinsunterlagen aus den Jahren 2024 und 2025. Rechnungen fehlen. Man habe Anwälte einschalten müssen, um von anderen Anwälten Auskunft zu erhalten, wofür die vom Verein zu Zeiten Maaßens Geld erhalten hatten.