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Politik

Sensible Berliner Daten im Netz: Welche Gefahren drohen nun?

wochentlich.deBy wochentlich.de5 September 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Nach Hackerangriff

Sensible Berliner Daten im Netz: Welche Gefahren drohen nun?

Aktualisiert am 05.09.2026 – 15:50 UhrLesedauer: 4 Min.

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Nach dem Hackerangriff auf das Berliner Landesnetz haben die Erpresser ihre Drohung wahr gemacht. (Symbolbild) (Quelle: Philip Dulian/dpa/dpa-bilder)

Das Land Berlin hat den Erpressungsversuchen einer kriminellen Hackergruppe nicht nachgegeben – nun stehen große Mengen Daten im Netz. Nicht nur für direkt Betroffene ist das ein Problem.

Die Erpresser haben ihre Drohung wahrgemacht: Drei Wochen nach dem gravierenden Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung haben die Hacker große Datenmengen veröffentlicht. Die große Sorge ist, dass die sensiblen Informationen nun etwa von Kriminellen ausgenutzt werden könnten. Was bekannt ist und welche Risiken es gibt.

Was ist passiert?

Vom 7. bis zum 12. August verschafften sich Hacker unbemerkt Zugriff auf Teile des Berliner Landesnetzes und schöpften große Datenmengen ab. Betroffen waren die Senatsverwaltungen für Bauen und für Verkehr. Die Verwaltung bemerkte den Angriff erst am 14. August – und machte ihn drei Tage später öffentlich. Erst nach und nach kam aber heraus, welchen Datenschatz die Kriminellen erbeutet hatten: 1,44 Millionen Dateien mit einem Umfang von 5,8 Terabyte. Ein Terabyte entspricht rund 1.000 Gigabyte.

Die Hackergruppe Rhyside forderte ein Lösegeld von 30 Bitcoin – umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Dem gab der Senat nicht nach. Nach Ablauf ihres Ultimatums veröffentlichten die Hacker am Freitag dann die Daten im Darknet. Damit ist ein Teil des Internets gemeint, der nicht auf herkömmliche Weise – etwa durch die üblichen Suchmaschinen – auffindbar ist. Nach Angaben des Bundesamts für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wird die Kommunikation dort verschlüsselt, die Urheber von Inhalten sowie diejenigen, die darauf zugreifen, wollen möglichst anonym bleiben.

Um was für Daten handelt es sich?

Ein umfassender Überblick ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch schwierig – es ist nicht einfach, die riesigen Datenmengen zu durchforsten. Nach Informationen des Chaos Computer Clubs befinden sich darunter etwa personenbezogene Daten von Verwaltungsmitarbeitern – Personalangelegenheiten, Arbeitszeugnisse, Notfallpläne.

Der „Tagesspiegel“ berichtet, dass die Hacker auch Inhalte veröffentlicht hätten, die für die Sicherheit der Bundesrepublik und der Hauptstadt relevant seien. Den Angaben nach geht es etwa um Daten besonders schützenswerter Einrichtungen wie Heizkraftwerke, Tanklager, Notstromanlagen und Umspannwerke. Auch geheime Daten über Gefängnisse, Wasserwerke und Rüstungsunternehmen, der Bundeswehr und der Berliner Innenverwaltung, die die Verteidigung betreffen, sollen die Hacker geleakt haben.

Jochim Selzer, Sprecher des Chaos Computer Clubs, hat sich nach eigenen Angaben einige Unterlagen angeschaut und sensible Informationen über den Zustand der Wasserversorgung in Berlin gefunden. Der IT-Experte Manuel Atug will die Unterlagen im Darknet aus ethischen Gründen nicht selbst einsehen. Aus seriösen Quellen habe er jedoch erfahren, dass die Angaben der Zeitung zumindest im Falle der Informationen über den Zivilschutz und die Rüstungsunternehmen zuträfen. Er ist Gründer und Sprecher der AG Kritis, einer unabhängigen Arbeitsgruppe, die sich mit kritischen Infrastrukturen beschäftigt.

Wie reagieren jetzt die Behörden?

Sie versuchen, sich einen Überblick über die veröffentlichten Daten zu verschaffen. „Derzeit führen die Sicherheitsbehörden eine intensive Datenprüfung durch“, teilte der Berliner Senat am Freitagabend mit. „Auch IT-Forensiker im Auftrag des Landes Berlin untersuchen die veröffentlichten Daten mit Hochdruck.“ Daraus würden „die entsprechenden Maßnahmen abgeleitet“ – was das konkret heißt, blieb offen. Das Land kündigte aber an: Wenn einzelne Betroffene identifiziert werden, würden diese „risikobasiert und entsprechend der gesetzlichen Vorgaben“ informiert.

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