Eilmeldung
Umspannwerk in NRW: Anfangsverdacht „verfassungsfeindlicher Sabotage“
Aktualisiert am 02.09.2026 – 11:58 UhrLesedauer: 1 Min.
Unbekannte haben Kabel über die Oberleitungen eines Umspannwerks nahe Köln gelegt. NRWs Innenminister Herbert Reul spricht von einem Angriff auf das Land.
Nach einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei von Köln sprich der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul von einem Anfangsverdacht einer „verfassungsfeindlichen Sabotage“. Das erklärte Reul in einer Pressekonferenz am Mittwochmittag. Unbekannte hätten Kabel über die Oberleitung gebracht und so einen Kurzschluss verursacht. „Wer da ran geht, greift unser Land an“, sagte Reul weiter.
Es könne sich um „fremdstaatliche Sabotage“ oder das Werk von Linksextremisten handeln. Beides sei nicht auszuschließen, so der CDU-Politiker. „Jetzt muss ermittelt werden“, betonte er. „Das war Absicht, das war eine Straftat“, sagte Reul weiter.

Was macht ein Umspannwerk?
Umspannwerke kommen immer dann ins Spiel, wenn Strom von einer Spannungsebene in eine andere überführt werden soll, etwa von Hoch- in Mittelspannung. Für den Transport des Stroms über weite Strecken wird Höchstspannung genutzt. Damit der Strom zu Hause genutzt werden kann, braucht er aber eine niedrigere Spannung – er muss also transformiert werden. In Deutschland gibt es rund 300 Umspannwerke in der Höchstspannungsebene. Hinzu kommen mehrere tausend Umspannwerke und Trafostationen, die die elektrische Energie von der Hoch- über die Mittel- in die Niederspannung transformieren
Im Umfeld einer Amprion-Umspannanlage sei es zu einem Vorfall gekommen, hatten der Energiekonzern RWE und der Anlagenbetreiber Amprion zuvor erklärt. RWE-Kraftwerksblöcke seien lahmgelegt worden, die Stromversorgung der Bevölkerung sei aber nicht beeinträchtigt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sei von Fremdeinwirkung auszugehen.
Am Dienstag war es bereits zu einem Anschlag auf ein Umspannwerk nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg gekommen. Unbekannte haben dort den Behörden zufolge am Dienstagmorgen versucht, einen großflächigen Stromausfall auszulösen, indem sie leitfähiges Material in ein Umspannwerk schossen. Ein größerer Ausfall wurde verhindert, aber ein Kraftwerksblock fiel kurzzeitig aus.

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