Kritik an Umgang mit Belegschaft
IG Metall-Chefin geht auf VW-Bosse los
01.09.2026 – 17:10 UhrLesedauer: 3 Min.
VW steckt in der Krise. Bis zu 100.000 Jobs stehen auf der Kippe. Das Management geht auf die Belegschaft los. Nun hält Gewerkschafterin Christiane Benner dagegen.
Vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung über den Sparkurs bei Volkswagen am Freitag wirft IG-Metall-Chefin Christiane Benner Konzernchef Oliver Blume schwere Fehler im Umgang mit der Belegschaft vor. Blume stelle sich mit der Ankündigung von Werkschließungen gegen Betriebsvereinbarungen und die historische Verantwortung des Konzerns, sagte Benner der „Augsburger Allgemeinen“.
Die Gewerkschafterin warf Blume und seinem Management eine verfehlte Kommunikationsstrategie vor: „Die war bislang schlecht, denn es wurden einfach weitere Abbauzahlen und Werkschließungen in den Raum gestellt.“ Die IG-Metall-Chefin gehört dem Kontrollgremium an und ist stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende des VW-Konzerns.
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Bei Volkswagen wird derzeit über über die Entlassung von weltweit bis zu 100.000 Beschäftigten diskutiert. Die VW-Werke Emden, Hannover und Zwickau sowie das Audi-Werk Neckarsulm stehen auf der Kippe. Für sie gibt es laut Blume noch „keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre“.
Doch hält Benner dagegen. „Mit der IG Metall werden die Werke in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm nicht geschlossen“, kündigte Benner Widerstand bei der für Freitag anberaumten Aufsichtsratssitzung an.
Finanzchef Antlitz provoziert in Hannover
Blume und weitere VW-Manager hatten die Belegschaft zuletzt in Betriebsversammlungen auf kräftige Einschnitte eingestimmt. VW-Finanzchef Arno Antlitz hatte bei einer Runde im VW-Werk Hannover die Belegschaft zu mehr Produktivität aufgefordert.

Von Selbstkritik des Managements war keine Rede. So war Antlitz zuvor in die Kritik geraten, weil er dem Management über einen Buchungstrick die Auszahlung von Boni sicherte. Auch eine kritische Aufarbeitung der Diesel-Betrugsaffäre, die die Marke VW ernsthaft beschädigte und allein in den USA zu Milliarden-Strafen führte, steht aus.
„Die Vorgehensweise des VW-Vorstands macht mich wütend: Warum verunsichert das Management um Blume die Beschäftigten in Emden und Zwickau jetzt, obwohl wir reichlich Zeit haben, Perspektiven für die beiden Standorte zu entwickeln?“, sagte Benner. Im ZDF-„Morgenmagazin“ fügte die Gewerkschafterin hinzu: „Ich erwarte einfach Perspektiven für die Beschäftigten.“ Zudem müssten auch Ausstiegsmodelle wie Altersteilzeit angeboten werden.
Ministerpräsident versucht zu vermitteln
In dem Konflikt zwischen VW-Management und Belegschaft versucht Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) zu vermitteln. Das Land ist Großaktionär bei VW.