Neue Langzeitdaten
Beliebter Zuckerersatz könnte das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen
01.09.2026 – 07:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Laut einer neuen Studie steigt durch hohe Xylitol-Werte im Blut offenbar die Wahrscheinlichkeit für lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Ereignisse – nicht nur bei Risikogruppen.
Xylitol (auch als Xylit, Birkenzucker oder E967 bekannt) gilt als kalorienarme Alternative zu Zucker und steckt unter anderem in zuckerfreien Kaugummis, Süßigkeiten und Zahnpflegeprodukten. Der Zuckeralkohol kommt zwar auch natürlicherweise im Körper vor, wird in damit gesüßten Lebensmitteln jedoch in deutlich größeren Mengen eingesetzt. Die neuen Ergebnisse wurden auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) 2026 vorgestellt.
Zusammenhang auch in der Allgemeinbevölkerung
In der Studie haben die Forscher untersucht, ob sich der Zusammenhang nicht nur bei Menschen mit einem ohnehin erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko, sondern auch in der Allgemeinbevölkerung zeigt. Dafür werteten sie Daten von 17.710 Menschen aus zwei großen Beobachtungsstudien aus Kanada und Großbritannien aus. Die Teilnehmer waren im Schnitt knapp 61 Jahre alt.
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Das Ergebnis: Menschen mit den höchsten Xylitol-Konzentrationen im Blut entwickelten während der Nachbeobachtung häufiger schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse als Menschen mit den niedrigsten Werten. Dazu zählten Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod.
In der kanadischen Studiengruppe war das Risiko über einen Zeitraum von sechs Jahren um 57 Prozent höher. In der britischen Gruppe zeigte sich über den Verlauf von 30 Jahren ein 18 Prozent höheres Risiko. Auch nachdem bekannte Risikofaktoren wie Alter, Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes und Blutfettwerte berücksichtigt worden waren, blieb der Zusammenhang bestehen.
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Je mehr Xylitol, desto höher das Risiko
Die Ergebnisse beider Studien deuteten zudem auf einen sogenannten dosisabhängigen Zusammenhang hin: Je höher der Xylitol-Spiegel im Blut war, desto häufiger traten Herz-Kreislauf-Ereignisse auf. Der Zusammenhang zeigte sich unabhängig von Alter und Geschlecht sowie verschiedenen bestehenden Risikofaktoren.
Eine mögliche Erklärung hatten die Forscher bereits in vorangegangenen Untersuchungen gefunden, wie Studienautor Marco Witkowski von der Charité berichtet: „In früheren Studien konnten wir zeigen, dass Xylitol die Fähigkeit von Blutplättchen zur Bildung von Blutgerinnseln erhöhen kann.“
Kein Beweis, aber ein Warnsignal
Trotz der auffälligen Ergebnisse lässt sich daraus nicht ableiten, dass Xylitol direkt Herzinfarkte oder Schlaganfälle verursacht. Beobachtungsstudien können zwar Zusammenhänge aufzeigen, andere Einflussfaktoren (auch möglicherweise noch unbekannte) lassen sich damit jedoch nicht vollständig ausschließen. Zudem geben die gemessenen Blutwerte keinen Aufschluss darüber, wie viel Xylitol jemand über Lebensmittel aufgenommen hat.