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You are at:Home»Sport»Giulia Gwinn zweifelt selbst an ihrer Auszeichnung
Sport

Giulia Gwinn zweifelt selbst an ihrer Auszeichnung

wochentlich.deBy wochentlich.de24 August 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Bei der Wahl zu Deutschlands Fußballerin des Jahres geht die beste Spielerin leer aus. Das überrascht selbst die Siegerin. Das Problem liegt aufseiten der Medien.

Deutschlands Fußballerin des Jahres heißt auch 2026 Giulia Gwinn. Wie schon im Vorjahr gewann die 27-Jährige die Abstimmung zur besten Spielerin der vergangenen Saison. Davon war sie selbst überrascht. „Wirklich ich?“, fragte Gwinn im Interview mit dem „Kicker“. „Andere Spielerinnen hätten es mehr verdient“, betonte sie.

Die Reaktion kommt nicht zufällig. Gwinn ist zwar Führungsspielerin beim FC Bayern und Kapitänin in der Nationalelf, zudem das vielleicht bekannteste Gesicht des deutschen Frauenfußballs. Eine herausragende Saison hat sie aber nicht gespielt. Und so legt diese Wahl ein tiefergehendes Problem offen: Frauenfußball wird noch immer nicht ernst genug bewertet.

  • Zum zweiten Mal in Serie: DFB-Star Gwinn wundert sich über hohe Auszeichnung
  • „Hochgradig peinlich“: Bundesliga-Absteiger gibt Rätsel auf

Gewählt wird die Fußballerin des Jahres von mehr als 600 Journalistinnen und Journalisten. Doch offenbar gehen nicht alle ihre Rolle professionell an und schauen genau hin. Gerade im Frauenfußball, der um Sichtbarkeit und ernsthafte Einordnung kämpft, dürfen Auszeichnungen nicht beiläufig wirken. Sonst verliert die Wahl an Glaubwürdigkeit.

Das zeigt sich auch am Beispiel Lena Oberdorf. Im Jahr 2025 erhielt sie zehn Stimmen und landete in den Top Ten – obwohl sie verletzungsbedingt kein einziges Pflichtspiel bestritten hatte. Zum Vergleich: DFB-Stürmerin Nicole Anyomi war in 22 Bundesliga-Spielen an 23 Toren beteiligt und erhielt weniger Stimmen.

Lena Oberdorf (l.) ist aktuell nur Zuschauerin: Sie arbeitet an ihrem Comeback.Vergrößern des Bildes
Lena Oberdorf (l.) ist aktuell nur Zuschauerin: Sie arbeitet an ihrem Comeback. (Quelle: IMAGO/Hendrik Hamelau)

In der abgelaufenen Spielzeit kam Oberdorf nur auf etwas mehr als 300 Minuten Einsatzzeit – und wurde dennoch von sechs Personen gewählt. Es scheint, als würde der eine oder andere Redakteur nach Prominenz abstimmen und nicht nach Leistung. Genau dort beginnt das Problem.

Hauptsache, sportlich nachvollziehbar

Natürlich muss die Entscheidung für die Fußballerin des Jahres nicht jedem gefallen. Fußball bleibt ein Spiel der Rollen und Interpretationen. Über Gewichtungen lässt sich streiten: Titel oder individuelle Klasse, Konstanz oder große Momente, defensive Stabilität oder offensive Kreativität. All das gehört zu einer seriösen Debatte. Entscheidend ist nur, dass das Ergebnis sportlich nachvollziehbar bleibt.

Das ist in diesem Jahr wieder einmal nicht überzeugend gelungen. Wenn am Ende ein Ergebnis steht, bei dem selbst die Siegerin überrascht ist, sagt das viel aus. Hätte Gwinn entscheiden können, wäre Teamkollegin und Zweitplatzierte Klara Bühl Spielerin des Jahres geworden. Aus guten Gründen.

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