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You are at:Home»Politik»Sie könnte Berlin regieren – und Wohnungskonzerne enteignen
Politik

Sie könnte Berlin regieren – und Wohnungskonzerne enteignen

wochentlich.deBy wochentlich.de22 August 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Eralp kämpft hier für mehr Stimmen und gegen ihre Unbekanntheit. Eigentlich hatte die Partei eine bekanntere Politikerin aufstellen wollen, die frühere Parteichefin und Berliner Senatorin Katja Kipping, die neben ihrem bekannten Gesicht noch reichlich politische Erfahrung mitgebracht hätte. Doch Kipping sagte ab, im Oktober 2025 wurde dann Eralp als Spitzenkandidatin nominiert.

Eralp ist zwar nur drei Jahre jünger als Kipping, steht aber für ein neues Gesicht der Linken: jung, weiblich, migrantisch. Die Neuaufstellung war auch deswegen nötig, weil mit Linken wie Klaus Lederer und Elke Breitenbach in den vergangenen Jahren viele bekannte und erfahrene Politiker die Partei verließen, nannten als Grund die mangelnde Abgrenzung der Partei zum Antisemitismus.

Eralps Eltern kamen 1980 als politische Geflüchtete nach Deutschland. Geboren wurde sie in München, aufgewachsen ist sie in Dortmund, Jura studiert hat sie in Hamburg. Nach Berlin zog sie 2010, arbeitete zunächst im Bundestag als Referentin für Rechtspolitik für die Linke, zog 2021 für die Partei ins Abgeordnetenhaus von Berlin ein. Nichts also, mit dem man sich stadtweit bekannt macht.

Doch während sie als Unbekannte in den Wahlkampf startete, hat sie sich mittlerweile einen Namen gemacht. Das zeigt sich auch in den Zahlen: Laut der aktuellen Forsa-Umfrage für t-online sagen 16 Prozent der Berliner, sie würden Elif Eralp wählen, wenn sie den Bürgermeister direkt wählen könnten. Damit liegt die Linke auf den ersten Platz. CDU-Kandidat Stefan Evers landet mit 15 Prozent knapp hinter hier, die Kandidaten von SPD und AfD liegen bei zehn Prozent. Damit hat Eralp aufgeholt: In früherern Umfragen lag sie deutlich abgeschlagen im hinteren Feld.

„Jetzt hole ich das nach“

Wie hat sie das geschafft? Eine große Rolle spielen dabei die personalisierten Plakate und Flyer, Medienauftritte, Kampagnen über TikTok und Instagram. Aber das für sie wichtigste: „Ich will so viele Berliner wie möglich persönlich treffen.“ Deswegen hastet sie von Termin zu Termin: Infostände, Mieterversammlungen, Demonstrationen, Haustürwahlkampf. „Als ich damals nach Berlin gezogen bin, hatte ich mir fest vorgenommen, einmal jeden Bezirk anzuschauen“, sagt sie. Das habe sie dann aber nie gemacht. „Jetzt hole ich das nach.“

Eralp und Brychcy betreten mit Flyern in den Händen das erste Wohnhaus. Eine junge Frau öffnet die erste Tür. „Hallo, ich bin Elif von der Linken, die Bürgermeisterkandidatin und wir sind heute an den Haustüren und fragen, wo der Schuh drückt“, sagt Eralp schnell und freundlich. Die junge Frau schaut überrascht, sie ist noch im Pyjama. „Meine Eltern sind nicht zu Hause“, sagt sie schließlich. „Willst du uns denn etwas mitgeben?“, fragt Eralp. „Naja“, sagt die junge Frau. „Vielleicht mehr auf die Jugend achten.“

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