Nick Wilder verkauft Millionen-Anwesen
Ein Lebenstraum geht zu Ende
22.08.2026 – 10:50 UhrLesedauer: 5 Min.
Nick Wilder hat in Amerika über Jahrzehnte seinen „American Dream“ gelebt. Inzwischen blickt der einstige „Traumschiff“-Star mit wachsender Sorge auf seine Wahlheimat – und denkt über einen Abschied nach.
Fast 45 Jahre lang war Amerika für Nick Wilder ein Sehnsuchtsort und seine zweite Heimat. Seit 1998 verbringt er gemeinsam mit seiner Frau Christine Mayn einen Teil des Jahres in Montana. Dort schufen sie sich über Jahrzehnte einen außergewöhnlichen Rückzugsort. Doch die gesellschaftliche und politische Entwicklung der vergangenen Jahre hat ihren Blick auf das Land verändert und die Entscheidung reifen lassen, das Anwesen nun zu verkaufen.
„Montana war für Christine und mich nie einfach nur ein Wohnort. Es war unser gemeinsames Lebensprojekt, das wir über viele Jahre mit Liebe und Arbeit aufgebaut haben. Deshalb ist die Entscheidung, es zu verkaufen, alles andere als leicht“, sagt Nick Wilder im Interview mit t-online. Für umgerechnet rund dreieinhalb Millionen Euro steht das Anwesen im US-Bundesstaat Montana zum Verkauf. Es umfasst etwas über 700 Quadratmeter Wohnfläche und liegt auf einem rund acht Hektar großen Grundstück mit Blick auf die Rocky Mountains.

Nick Wilder erlebt die gesellschaftliche Spaltung nicht mehr nur in den Nachrichten: „Auch in unserem unmittelbaren Freundeskreis beobachten wir, wie politische Gegensätze die Menschen in den USA zunehmend in zwei Lager teilen.“
Als er kürzlich einen befreundeten Amerikaner für Umbauarbeiten an seiner Villa um Hilfe bat, habe dieser ihm folgende Nachricht geschrieben: „Ich habe eine Vielzahl von patriotischen Freunden, die auch meine Hilfe benötigen – diese werde ich bevorzugen.“ Dass die unterschiedlichen politischen Ansichten darüber entschieden, wem der Handwerker-Freund seine Hilfe zukommen ließ, schockierte Nick Wilder. „Für mich war das ein sehr persönliches Beispiel dafür, wie tief die politische Spaltung inzwischen bis in langjährige Beziehungen hineinreichen kann“, sagt er.
Nick Wilder handle „nicht aus wirtschaftlicher Not“
Mit Sorge blicken Wilder und seine Frau auf die Wahlen zum Repräsentantenhaus Anfang November dieses Jahres. Sie bezweifeln, dass die demokratischen Institutionen und die Freiheiten, die für ihn einen wesentlichen Teil Amerikas ausgemacht haben, stabil bleiben. Bewege sich das Land „politisch noch weiter nach rechts“, dann wollen Wilder und seine Frau „nicht mehr dauerhaft in Amerika leben“.
Ein acht Hektar großes Grundstück mit Blick auf die Rocky Mountains, so abgeschieden gelegen, dass Nachbarschaftsstreits und Großstadtlärm undenkbar erscheinen – und doch plagen Nick Wilder und seine Frau die gesellschaftliche Stimmung im Land? So sehr, dass sie ihr Ende der Neunzigerjahre für exakt 79.999 US-Dollar erworbenes Grundstück, welches sie über Jahrzehnte ausgebaut und zu einem Millionenobjekt veredelt haben, verkaufen wollen?