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You are at:Home»Politik»So setzt sich Innenminister Dobrindt in Szene
Politik

So setzt sich Innenminister Dobrindt in Szene

wochentlich.deBy wochentlich.de21 August 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Alexander Dobrindt gibt sich auf seiner Sommertour bürgernah: Der Innenminister macht Selfies, löffelt Pfirsich-Eis und löscht Feuer. In Berlin zeigt der Mann oft ein anderes Gesicht.

Alexander Dobrindt zieht sich eine Feuerwehrjacke über. Den passenden Helm hält er in der Hand. Auch Handschuhe liegen bereit. Der Bundesinnenminister ist zu Besuch bei der Feuerwehr in Eisenach. Hier in Thüringen soll er gleich selbst zeigen, was er kann. Die Feuerwehrleute haben mit Holzpaletten ein kleines Haus nachgebaut – und in Brand gesetzt. „Das ist wirklich wie in Berlin“, sagt der CSU-Mann lachend. „Die anderen machen das Feuer und ich muss es löschen.“ Dobrindt, der Feuerlöscher. Das gefällt dem Minister.

Es ist ein Auftritt, der viel über das Selbstverständnis des Ministers aussagt. Problemlöser. Krisenmanager. Stratege. Dobrindt hält große Stücke auf sich selbst. Daraus macht er kein Geheimnis. Doch es ist nicht nur Dobrindts Eigenwahrnehmung. Der Ruf des smarten Vermittlers eilt ihm voraus. In dieser Woche war Merz‘ Mann für kniffelige Angelegenheiten auf Sommerreise unterwegs: Wartburg, Feuerwehr, Bundespolizei: „Helden des Alltags“ lautet der Titel von Dobrindts Reise nach Thüringen und Hessen.

Begleitet wird der 56 Jahre alte Bayer von den großen Fragen, die Deutschland beschäftigen: Steckt Russland hinter dem Drohnenvorfall in Leipzig und verfügt Deutschland über die nötigen Fähigkeiten in einem hybrid geführten Krieg? Wie bereitet der Minister sich auf eine mögliche AfD-Alleinregierung nach der Wahl in Sachsen-Anhalt vor? Doch immer wieder geht es auch darum, welche Rolle Dobrindt in der krisengeschüttelten Koalition spielt.

Der überzeugte Konservative, der stets ein Feindbild der politischen Linken war, hat sich in den vergangenen anderthalb Jahren das Image als zentraler Strippenzieher im Berliner Machtgefüge erarbeitet. Einerseits unnachgiebiger Hardliner, andererseits kluger Brückenbauer: Dobrindt ist ein Mann der Kontraste, hat zwei Gesichter, so scheint es. Der frühere CSU-Generalsekretär ist einer, der auf seinem Weg nach oben noch nicht am Ziel angekommen sein dürfte.

„Jetzt lachen, in die Kamera schauen“

Eisenach, Wartburg: Dobrindt beginnt seine Sommerreise, begleitet von einem Pressetross, am Symbol für Demokratie und Freiheit – Luther und die Reformation, das Wartburgfest. 1987 sei er schon mal hier gewesen, als Schüler, erzählt er, das Jackett betont lässig über der Schulter. Kein Zufall sei es, dass er in Zeiten der Polarisierung, in denen die Demokratie unter Druck stehe, nun wieder hier sei.

urn:newsml:dpa.com:20090101:260819-936-66315Vergrößern des Bildes
„Jetzt lachen, in die Kamera schauen“: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt posiert mit Wartburg-Besucherinnen. (Quelle: Katharina Kausche/dpa)

„Das ist doch der Dobrindt“, sagen einige Wartburg-Besucher beim Anblick des Ministers. Die Gruppe rund um Dobrindt – Journalisten, Personenschützer, sein Team – bewegt sich nur sehr langsam. Das liegt nicht an der Steigung auf dem Weg zur Burg, sondern an dem CSU-Politiker. Er steuert zielsicher auf eine Gruppe Seniorinnen zu, schüttelt ihnen die Hände.

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