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Kölner Sportwissenschaftler Froböse warnt vor bösen Folgen

wochentlich.deBy wochentlich.de20 August 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Ingo Froböse

Kölner Sportwissenschaftler warnt bei Musiala vor mentalen Folgen

20.08.2026 – 10:49 UhrLesedauer: 2 Min.

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Jamal Musiala im Testspiel zwischen dem 1.FC Heidenheim und dem FC Bayern München: Der 23-Jährige brach während der Partie zusammen. (Quelle: IMAGO/Bernd Feil/M.i.S./imago)

Der Kölner Sportwissenschaftler Ingo Froböse sieht Fußball-Nationalspieler Jamal Musiala nach dessen erneuten Zusammenbrüchen vor großen psychologischen Herausforderungen.

Der Kölner Sportwissenschaftler Ingo Froböse warnt nach den jüngsten gesundheitlichen Vorfällen bei Jamal Musiala vor möglichen Folgen für dessen weitere Karriere. Besonders die psychische Belastung könnte für den Fußball-Nationalspieler zu einem entscheidenden Faktor werden.

„Seine mentale Stärke wird geschwächt werden durch viele extrinsische Faktoren, die auf ihn einprasseln werden, die er heute noch gar nicht kennt“, sagte Froböse dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

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Der emeritierte Professor für Prävention und Rehabilitation im Sport sieht ohne umfassende psychologische Unterstützung sogar Musialas weitere Laufbahn gefährdet. „Wenn das nicht gelingt, könnte seine Karriere beendet sein“, sagte Froböse. Auch Einsätze in der deutschen Nationalmannschaft hält er derzeit für nicht vertretbar. Der Kölner sagt: „Ich gehe davon aus, dass das Thema Nationalmannschaft für Musiala erst einmal erledigt ist.“

Ingo Froböse über Jamal Musiala: „Man sollte ihn schützen“

Froböse, der über viele Jahre an der Deutschen Sporthochschule Köln tätig war, plädiert dafür, den Nationalspieler zunächst aus dem öffentlichen und sportlichen Druck herauszunehmen. Er findet „auch nicht, dass man ihn in der Nationalmannschaft behalten sollte – bei aller Wertschätzung seiner Spielfähigkeiten. Man sollte ihn schützen.“

Erst wenn Musiala medikamentös gut eingestellt sei, könne man die Situation nach einiger Zeit neu bewerten, sagte der 69-Jährige.

imago images 0446730254Vergrößern des Bildes
Sportwissenschaftler Ingo Froböse bei der Aufzeichnung der WDR-Talkshow „Kölner Treff“. (Quelle: IMAGO/Christoph Hardt/imago)

Kölner Experte erwartet auch Häme von gegnerischen Fans

Froböse rechnet zudem damit, dass Musiala künftig auch mit unsensiblen Reaktionen von gegnerischen Fans konfrontiert werden könnte. „So schätze ich leider die Fußballfans ein. Die gehen in jede Wunde rein, so unschön das oft ist. Ich glaube nicht, dass es da einen Pakt der Solidarität geben wird.“

Der Kölner Sportwissenschaftler kritisierte zugleich grundsätzlich den Umgang des Profifußballs mit gesundheitlichen und persönlichen Schwächen von Spielern. Häufig spiele auch die Sorge vor einem sinkenden Marktwert eine Rolle. „Der Marktwert von Jamal Musiala wird hundertprozentig heruntergehen“, sagte Froböse.

Neurologe sieht Musialas Situation optimistischer

Deutlich weniger pessimistisch beurteilt der Neurologe Peter Berlit die Situation. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagte er, dass bei vergleichbaren Erkrankungen häufig gute Behandlungsmöglichkeiten bestünden.

„Man kann ganz allgemein sagen, dass etwa 80 bis 90 Prozent aller Betroffenen durch Medikamente heilbar sind“, sagte Berlit. Das gelte grundsätzlich auch für Profisportler. Wenn keine Anfälle mehr aufträten, seien Betroffene normalerweise wieder voll einsatzfähig. Allerdings müssten viele Patienten die Medikamente über Jahre, teilweise sogar lebenslang, einnehmen.

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