Umfrage zeigt
Wie alt wollen Menschen wirklich werden?
19.08.2026 – 08:19 UhrLesedauer: 3 Min.
Eine neue Studie zeigt, wie alt Menschen wirklich werden wollen. Das Ergebnis offenbart klare Prioritäten.
Eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und moderne Technologie können das Leben verlängern. Doch wie viel länger wollen Menschen überhaupt leben – und was würden sie mit der zusätzlich gewonnenen Zeit anfangen? Das hat das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) untersucht. Für die Studie wurden 5.000 Personen zwischen 18 und 74 Jahren in Deutschland, Frankreich, Japan, Schweden und den USA befragt. Das Ergebnis: Viele wollen länger leben, aber nicht um jeden Preis.
Deutsche wollen 85,6 Jahre alt werden
Bei der Frage, wie alt die Befragten gerne werden würden, gaben die meisten Nationen ein höheres Alter an als die statistische Lebenserwartung im jeweiligen Land. Deutsche wollen durchschnittlich 85,6 Jahre alt werden – die statistische Lebenserwartung liegt bei 81,4 Jahren. Franzosen wünschen sich im Schnitt 87,6 Jahre, bei einer statistischen Lebenserwartung von 83,3 Jahren. Schweden möchten durchschnittlich 89,9 Jahre alt werden, während die statistische Lebenserwartung dort bei 83,3 Jahren liegt. US-Amerikaner nennen im Schnitt 87,9 Jahre – bei einer statistischen Lebenserwartung von 79,3 Jahren.
Lediglich Japaner wollen kürzer leben, als sie es laut Statistik tun. Sie möchten durchschnittlich 80,8 Jahre alt werden – werden laut Statistik aber im Schnitt 84,7 Jahre alt.
Genuss schlägt langes Leben
Weiterhin zeigt die Umfrage, dass sich die Mehrheit der Befragten kein langes, gesundes Leben wünscht, wenn sie dafür auf Lebensgenuss verzichten müsste. Lediglich ein kleiner Teil zieht ein langes, gesundes Leben dem Lebensgenuss vor. Vor allem Ältere und Besserverdienende haben diese Antwort gegeben. Der Studie zufolge gibt es jedoch keine soziodemografische Gruppe, in der eine Mehrheit den Verzicht dem Lebensgenuss vorzieht.
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In Japan, den USA und Frankreich würden die Befragten am wenigsten auf rotes Fleisch verzichten wollen, in Schweden und Deutschland hingegen auf Salz. Am ehesten verzichten würden die Befragten auf Zigaretten, gefolgt von Alkohol. Alltagsnahe Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung, guter Schlaf, soziale Kontakte und Vorsorgeuntersuchungen sind in vielen Ländern bereits verbreitet. Medizinische Longevity-Angebote wie epigenetische Alterstests oder spezielle Behandlungen spielen dagegen bislang nur eine geringe Rolle.
Zwar ist vielen Menschen bekannt, welche Maßnahmen zu einem längeren, gesunden Leben beitragen können, doch nur wenige setzen diese konsequent um. In Deutschland wurden am häufigsten mangelnde Disziplin, Kosten, die Priorisierung von Lebensgenuss und Zeitmangel als Gründe genannt, solche Maßnahmen nicht umzusetzen. In Japan wurde darüber hinaus fehlendes Wissen als Grund genannt. Die US-Amerikaner führten außerdem Datenschutzbedenken an.
Hilfreich könnten etwa zusätzliche Steuern auf Zucker oder höhere Steuern auf Tabak und Alkohol sein. Doch derartige staatliche Maßnahmen befürworten nur wenige. Besser seien ihrer Meinung nach Aufklärung und Prävention. Verbote stoßen laut Studie hingegen auf die geringste Akzeptanz. Insgesamt findet staatliche Unterstützung für gesundes Altern zwar Zustimmung, besonders strikte Eingriffe werden aber deutlich skeptischer gesehen.