Müll im Hochgebirge
Überall Papiertaschentücher: Hüttenwirt appelliert an Wanderer
18.08.2026 – 11:55 UhrLesedauer: 2 Min.
Wer sich in der Natur bewegt, sollte sie respektieren. Keinen Müll zu hinterlassen, gehört dazu. Viele haben das noch nicht verinnerlicht, bemängelt jetzt ein Hüttenwirt.
In den italienischen Alpen sorgt achtlos weggeworfener Müll für Ärger. Besonders benutzte Papiertaschentücher entlang der Wanderwege sind für die Betreiber der Fratelli-De-Gasperi-Hütte in Prato Carnico ein wachsendes Problem. Mit einem eindringlichen Appell fordern sie Besucher auf, ihren Müll wieder mitzunehmen, denn auch Taschentücher verschwinden nicht einfach aus der Natur.
„Taschentücher in der Natur zurückzulassen, ist unzivilisiert“
Die Fratelli-De-Gasperi-Hütte liegt auf über 1.700 Metern Höhe oberhalb des Tals Val Pesarina in der Provinz Udine. Die Region ist ein beliebtes Ziel für Wanderer, die jedes Jahr zu Tausenden die Wege rund um die Hütte nutzen. Doch immer wieder hinterlassen Besucher ihren Müll, darunter benutzte Taschentücher, die achtlos am Wegesrand liegen. Besonders ärgerlich: Viele dieser Fundstellen befinden sich in der Nähe der Hütte, wo Abfalleimer zur Verfügung stehen.
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Auf ihrer Facebook-Seite äußerten sich die Betreiber mit deutlichen Worten: „Taschentücher in der Natur zurückzulassen, ist unzivilisiert“. Weiter heißt es: „Einen Wanderweg entlangzugehen und dabei auf eine weithin sichtbare Müllhalde zu stoßen, ist für niemanden angenehm – ich denke, auch für euch nicht.“ Die Formulierung „die zum Nase putzen und für verschiedenste andere Zwecke benutzt wurden“, lässt darauf schließen, dass Menschen entlang der Wege auch ihr Geschäft verrichten.
Der Müll sei nicht nur ein optisches Ärgernis, sondern echtes Problem: „Taschentücher bauen sich nur sehr schwer biologisch ab. Das dauert Monate“. Der Appell der Hüttenwirte folgt auf den Hilferuf eines Biwak-Betreibers in den Julischen Alpen, der ebenfalls Trauriges erlebt hat.
„Das sind Modewanderer“
Der Appell der Fratelli-De-Gasperi-Hütte hat in den sozialen Netzwerken viel Zustimmung erhalten. Zahlreiche Nutzer verurteilten das Verhalten der Verursacher und bekundeten ihre Unterstützung. „Es ist respektlos gegenüber der Natur und den Menschen, die sie genießen wollen“, kommentierte ein Nutzer.
Ein anderer schreibt: „Vor wenigen Tagen habe ich in der Nähe noch Schlimmeres gesehen: Plastiktüten mit den Resten von Thunfischdosen. Ich frage mich: Du hast sie voll mit nach oben gebracht, was kostet es dich, sie leer wieder mit nach unten zu nehmen? Brauchst du dafür eine Belohnung?“
Hart zu Gericht mit den Müllverursachern geht auch ein männlicher Leser. Er schreibt: „Das sind keine echten Wanderer. Echte Wanderer wissen, wie man sich verhält. Das sind Modewanderer, die unterwegs sind, weil es gerade angesagt ist, und so weiter. Denn unter echten Wanderern grüßt man sich, hilft einander, wechselt ein paar Worte und achtet mit Respekt und Höflichkeit auf die Orte, an denen man unterwegs ist.“