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Gesundheit

Nicht nur Fleisch – wie Zucker unser Gehirn formte

wochentlich.deBy wochentlich.de14 August 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Evolution des Menschen

Nicht nur Fleisch – was unser Gehirn wachsen ließ


14.08.2026 – 13:56 UhrLesedauer: 3 Min.

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Hirnwachstum (Symbolbild): Das Hirnvolumen hat im Laufe der Evolution stark zugenommen – das Gehirn heute lebender Menschen ist etwa dreimal so groß wie das von Schimpansen. (Quelle: Makhbubakhon Ismatova/getty-images-bilder)

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Eine neue Studie stellt eine verbreitete Annahme infrage: Für das Wachstum unseres Gehirns könnten süße Früchte und Stärke entscheidender als Fleisch gewesen sein.

Lange wurde die Evolution des menschlichen Gehirns vor allem mit Fleisch erklärt: mehr tierische Nahrung, mehr Energie, mehr Wachstum. Eine neue Studie im Fachmagazin „Science“ lenkt den Blick nun auf eine andere Energiequelle: Kohlenhydrate. Demnach könnten Zucker aus Früchten und Honig und später Stärke aus gekochten Knollen und Wurzeln eine größere Rolle gespielt haben als bisher angenommen.

Das Gehirn braucht Glukose

Wissenschaftler der University of Sydney und der University of Glasgow modellierten, wie sich der Glukosebedarf von Menschen und ihren Vorfahren über rund vier Millionen Jahre verändert hat. In dieser Zeit wuchs das Gehirn von frühen Menschenformen von etwa 300 Gramm auf rund 1.500 Gramm beim modernen Menschen.

Gut zu wissen

Die Forscher betrachten für die Studie verschiedene frühe Menschenformen (sogenannte Hominine), darunter „Lucy“ (Australopithecus afarensis), Homo habilis und Homo erectus. Das Gehirnvolumen unserer fossilen Vorfahren war etwa mit dem von heute lebenden Schimpansen vergleichbar.

Glukose ist ein Einfachzucker und laut Studienautorin Jennie Brand-Miller für das Gehirn besonders wichtig, denn: „Glukose ist die primäre Energiequelle des Gehirns“. Das Organ ist zwar leicht, aber energiehungrig: Beim Erwachsenen macht es nur etwa zwei Prozent des Körpergewichts aus, verbraucht aber rund ein Fünftel des Grundumsatzes. Bei Kindern kann der Anteil noch deutlich höher liegen.

Obst und Honig vor Brot und Getreide

Die Forscher berechneten nicht nur den Glukosebedarf des Gehirns, sondern auch den von roten Blutkörperchen, Nieren und Fortpflanzungsorganen. Ihr Modell legt nahe, dass frühe Menschen wahrscheinlich stark auf kohlenhydratreiche Lebensmittel angewiesen waren – vor allem auf Früchte, Honig und andere natürlich süße Nahrung.

Denn Stärke aus ungekochten Knollen oder Wurzeln war für Frühmenschen nur begrenzt nutzbar, erklärt Brand-Miller: „Rohe Stärke setzt keine Glukose frei“. Erst als sie Feuer und Kochtechniken beherrschten, konnten sie stärkehaltige Pflanzen wie Knollen und Wurzeln leichter verdauen.

Mit der zunehmenden Nutzung von Feuer verschob sich die Energiequelle dem Modell zufolge: Nach und nach ersetzte gekochte Stärke die Zucker aus Früchten und anderen süßen Lebensmitteln. Getreide kam hingegen vergleichsweise spät auf den Speiseplan. Hinweise auf das Mahlen von Getreide zu Mehl reichen laut den Forschern etwa 65.000 Jahre zurück.

Nicht nur das Gehirn brauchte Glukose

Die Forscher haben dabei nicht nur den Energiebedarf des Gehirns betrachtet. Auch andere Organe benötigen Glukose. So ist der Bedarf während Schwangerschaft und Stillzeit etwa besonders hoch, weil auch das ungeborene Kind und die Milchbildung Energie benötigen. Das könne „helfen zu verstehen, warum werdende Mütter häufig Heißhunger auf Süßes haben“, so Mitautor David Raubenheimer.

Auch die Vorliebe von Kindern für Süßigkeiten könnte damit evolutionsbedingt erklärbar sein. Ihre Gehirne benötigen während der Entwicklung besonders viel Energie – nämlich bis zu zwei Drittel ihres Grundumsatzes.

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