Laut Bericht
Aldi krempelt seine Backstationen um
Aktualisiert am 07.08.2026 – 18:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Backstationen von Aldi Süd könnten sich bald grundlegend verändern. Der Discounter testet ein neues Konzept – mit Folgen für Sortiment und Preise.
Der Discounter Aldi Süd will das Sortiment in seiner Backstation optimieren. Das geht aus einem Bericht der „Lebensmittelzeitung“ (LZ) hervor. Demnach könnte der Lebensmitteleinzelhändler das Angebot an frischen Backwaren und den Sortimentmix verändern. Möglich wäre es auch, die Anzahl frisch aufgebackener Ware zu verringern. Stattdessen solle fertig gebackene Ware angeboten werden, die beispielsweise von Bäckern aus der Region stammen.
Grund für die Änderung sind die Kosten, die mit dem Betrieb der Backstationen einhergehen. Ihr Betrieb kostet das Unternehmen sowohl Energie als auch Personal. Durch die Optimierung möchte Aldi Süd diese Ausgaben reduzieren. Der Discounter betont jedoch, dass er nicht komplett auf das Backen im Markt verzichten möchten.
Ein Test läuft bereits in der Region Kerpen. Dort hat Aldi Süd das Angebot der Backwaren in der Backstation von 46 auf 36 Artikel reduziert. Zudem wurden die klassischen Weizenbrötchen für 19 Cent aus dem Sortiment genommen, berichtet die LZ. Auch werden dort die Backstationen teilweise mit Backware der regionalen Bäckerei Schneider bestückt. Deren Produkte werden jedoch nicht zu Discount-, sondern etwas höheren Preisen angeboten.
Aldi Süd teilte auf Nachfrage von t-online mit, dass „zum aktuellen Zeitpunkt keine Veränderungen im Bereich regionales Backen geplant“ sind. Darüber hinaus wollte sich das Unternehmen nicht äußern.
Ob auch Aldi Nord und Lidl Änderungen planen, ist derzeit nicht bekannt. t-online hat entsprechende Anfragen gestellt.
Klassische Bäckereien melden Insolvenz an
Der Schritt von Aldi dürfte überraschend sein. Denn laut einer Auswertung des Marktforschungsunternehmens YouGov lag der Marktanteil an Brot und anderen Backwaren aus Supermärkten und Discountern im ersten Quartal 2026 bei 70 Prozent. Die Folge: Immer mehr klassische Bäckereien verlieren ihre Kunden, müssen drastisch einsparen und teilweise sogar Insolvenz beantragen.
Der Ansatz von Aldi Süd in der Region Kerpen, sich nicht nur von Industriebäckereien wie Harry oder Lieken beliefern zu lassen, sondern auch auf lokale Bäcker zu setzen, könnte dem zumindest etwas vorbeugen.
