Mitten im Sommer
Deshalb kommt jetzt der Winterdienst
07.08.2026 – 13:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Derzeit sind Winterdienstfahrzeuge auf der A93 unterwegs. Sie streuen jedoch kein Salz, sondern Wasser. Der Grund dafür ist eine Gefahr, die Autofahrer oft erst bemerken, wenn es zu spät ist.
Bei großer Hitze kann Beton auf Autobahnen plötzlich aufreißen. Auf der A93 in der Oberpfalz testet die Autobahn GmbH deshalb ein ungewöhnliches Mittel: Winterdienstfahrzeuge sprühen Wasser auf die Fahrbahn.
Das Wasser soll so sogenannte Blow-ups verhindern. Dabei reißt der Beton unter starker Sonneneinstrahlung plötzlich auf. Laut ADAC betrifft das vor allem ältere Betonstrecken.
Ältere Betonplatten auf der A93
Unter besonderer Beobachtung steht der Abschnitt zwischen Schwandorf und dem Kreuz Oberpfälzer Wald bis Richtung Wernberg-Köblitz. Dort liegen Betonplatten, die bei Hitze immer wieder zu Problemen führen.
Das Wasser legt sich in Form eines dünnen Films auf den Beton. Beim Verdunsten entzieht es der Oberfläche Wärme. Bereits im Juli sprühten die Fahrzeuge während der letzten Hitzephase Wasser auf die Strecke. Die Betreiber kombinieren diesen Einsatz mit Kontrollen und Temperaturmessungen.

Es dauert nur Sekunden
Siegfried Beck, Geschäftsbereichsleiter der Autobahn GmbH, warnt vor der Gefahr aufbrechender Fahrbahnen: „Blow-ups passieren in einem Augenblick“, sagt er dem BR. Wenn jemand mit überhöhter Geschwindigkeit auf dem betroffenen Streckenabschnitt unterwegs ist, kann es zu Unfällen und Verletzten kommen.
Der ADAC stuft einige Abschnitte der A7, der A92 und der A93 als besonders gefährdet ein. Auf diesen Strecken gelten in den Sommermonaten Tempolimits für Autos und Motorräder. Diese Vorgaben sollten unbedingt befolgt werden. Denn wer mehr Abstand hält, hat im Ernstfall länger Zeit zu reagieren.
Auch Flughäfen kühlen Betonflächen
Auch anderswo wird Beton bei Hitze mit Wasser gekühlt. Der Flughafen Hannover wässert seine Start- und Landebahn ab einer Temperatur von 29 Grad, abhängig von der Sonneneinstrahlung. 2018 kam es dort zu einem Blow-up. Seitdem setzt der Flughafen Tanklaster mit jeweils 11.000 Litern Wasser ein.
Der Winterdienst auf der A93 wird aber zunächst nicht zum regelmäßigen Sommerdienst. Die Autobahn GmbH wertet die Ergebnisse ihrer Versuche zunächst weiter aus.
