Schiffe können nur wenig laden
Rekord-Niedrigwasser: Rhein wird neu vermessen
04.08.2026 – 07:30 UhrLesedauer: 1 Min.
An mehreren Stellen in NRW hat der Rhein so niedrige Pegelstände erreicht wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Für die Schifffahrt hat das spürbare Folgen.
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein hat eine Neuvermessung des Flusses gestartet. Mehrere Schiffe fahren dafür gleichzeitig stromabwärts und erfassen den Wasserspiegel über die gesamte Flussstrecke. Hintergrund sind historische Tiefstände, die am Wochenende an wichtigen Messstationen in Nordrhein-Westfalen verzeichnet wurden.
Behördensprecher Moritz Axt erläuterte, die gewonnenen Daten helfen dabei, Berechnungsmodelle für Wasserstände und Strömungsverhältnisse zu überprüfen. Ein Abgleich mit früheren Messungen könne zudem zeigen, ob sich die Flusssohle durch Erosion oder Ablagerungen verändert habe.
Niedrigwasser im Rhein: Fluss wird neu vermessen
Vor allem aber lieferten die Ergebnisse wichtige Grundlagen für die Berechnung der Fahrrinnentiefen. Für Donnerstag und Freitag werden Axt zufolge noch niedrigere Pegelstände an den Messstationen Köln, Düsseldorf, Duisburg-Ruhrort und Emmerich erwartet. „Es spitzt sich alles voraussichtlich noch stärker zu“, sagte er.
Die Fahrrinne liegt zwar tiefer als der jeweilige Pegelstand am Ufer, dieser Unterschied variiert jedoch von Abschnitt zu Abschnitt. Schiffe können den Rhein weiterhin befahren, müssen aber mit deutlich reduzierter Ladung fahren.
Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt verweist angesichts der Lage auf erheblichen Mehraufwand und Mehrkosten. „Je nach Ladung und Fahrtgebiet sind Schiffe mit weniger als einem Viertel der sonst üblichen Zuladung unterwegs.“ Die Güter müssten deshalb auf mehr Schiffe verteilt werden. Betroffen ist neben dem Rhein auch die Donau.
