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Wieso das Rathaus Strom-Pläne von Tesla ablehnte

wochentlich.deBy wochentlich.de24 Juli 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Wieso das Rathaus Strom-Pläne von Tesla ablehnte
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Abends geht einer durchs Viertel

Straßenlaternen an? Das macht hier ein Mensch


09.07.2026Lesedauer: 2 Min.

Gaslaterne leuchtet, Zagreb, KroatienVergrößern des Bildes

Gaslaterne in Zagreb: Jeden Abend ziehen Mitarbeiter der Stadt durch die Gassen Zagrebs und entzünden wie vor mehr als 100 Jahren die Straßenlaternen. (Quelle: Jelena990)

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Gas oder Strom? Über diese Frage stritt man einst auch in Zagreb. Das Ergebnis lässt sich bis heute jeden Abend in der historischen Oberstadt beobachten.

In den meisten Großstädten schaltet sich die Straßenbeleuchtung bei Einbruch der Dämmerung automatisch ein. In der historischen Oberstadt von Zagreb läuft das bis heute anders. Hier ziehen jeden Abend städtische Mitarbeiter durch die Gassen und entzünden jede einzelne Gaslaterne von Hand – und am Morgen löschen sie sie wieder.

Warum? Dahinter steckt nicht nur Tradition, sondern auch ein Stück Technikgeschichte, in der sich Fortschritt und Skepsis widerspiegeln.

Der lange Weg zur Gaslaterne

Lange bevor Strom und Glühlampen den Alltag eroberten, prägten Gaslaternen das Straßenbild europäischer Städte. Die erste dauerhaft betriebene öffentliche Gaslaterne nahm historischen Quellen zufolge am 1. April 1814 in London ihren Betrieb auf. Berlin und Hannover folgten um 1826, Paris 1829.

Elektrischen Strom hatte Alessandro Volta zwar bereits 1800 mit seiner Voltasäule nutzbar gemacht. Bis elektrisches Licht den öffentlichen Raum erreichte, vergingen jedoch noch viele Jahrzehnte. Erst in den 1880er-Jahren gelang Thomas Edison mit der Kohlefaden-Glühlampe der Durchbruch.

Damit verschwanden die Gaslaternen jedoch keineswegs. Im Gegenteil: Über viele Jahre existierten beide Systeme nebeneinander. Weil frühe Glühlampen vergleichsweise schwach leuchteten, setzte man im öffentlichen Raum häufig auf Gasglühstrümpfe nach Carl Auer von Welsbach, die besonders helles Licht erzeugten.

Die Karlsbrücke, beleuchtet von Gaslaternen an einem frühen, nebligen Morgen, Prag, Tschechische RepublikVergrößern des Bildes
Karlsbrücke mit Gaslaternen: Obwohl Prag seine historische Gasbeleuchtung im Jahr 1985 komplett auf elektrisches Licht umgestellt hat, feiert die traditionelle Technik seit 2002 ein Comeback. (Quelle: Bim)

Warum Zagreb zunächst am Gas festhielt

Als sich die Elektrizität in Europa langsam durchsetzte, begegneten viele Menschen der neuen Technik mit einer Mischung aus Faszination und Skepsis. Elektrisches Licht wirkte beinahe wie Zauberei, Strom galt mitunter als gefährlich.

Auch in Zagreb wurde über die Zukunft der Straßenbeleuchtung diskutiert. Der in Kroatien geborene Erfinder Nikola Tesla schlug dem Rathaus 1892 vor, die Stadt auf sein Wechselstromsystem umzustellen und die Gasbeleuchtung zu elektrifizieren. Seine Idee stellte er am 24. Mai 1892 im heutigen Alten Rathaus auf Einladung des Bürgermeisters Milan Amruš vor.

Die Stadt entschied sich jedoch dagegen. Das bestehende Gasnetz funktionierte zuverlässig, ein kompletter Umbau wäre teuer gewesen. Hinzu kamen die weitverbreitete Skepsis gegenüber der neuen Technik und die Angst vor Stromunfällen.

Auch der amerikanische Erfinder Thomas Edison trug damals zur aufgeheizten Debatte um die Elektrizität bei. Im sogenannten Stromkrieg versuchte er, den von Tesla vertretenen Wechselstrom in Misskredit zu bringen, indem er dessen Gefährlichkeit öffentlich demonstrierte. Gleichzeitig warben Vertreter der Gasindustrie weiter für die bewährte Gasbeleuchtung.

Nachts in der historischen Altstadt von Zagreb mit Blick auf den DomVergrößern des Bildes
Altstadtgasse in Zagreb bei Nacht: Hier wird Laternenlicht bis heute von Hand entzündet. (Quelle: _twingomaniak)

Deshalb gibt es in Zagreb noch Lampenanzünder

Heute erinnert die Zagreber Oberstadt noch immer an jene Zeit. Rund 250 historische Gaslaternen sind bis heute in Betrieb. Jeden Abend und jeden Morgen ziehen zwei städtische Lampenanzünder – die sogenannten nažigači – mit einer langen Stange durch die Gassen und entzünden beziehungsweise löschen jede einzelne Laterne von Hand.

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