Zu wenig Regen
Wassernotstand in Südtirol – Bürger erbost wegen Touristen
Aktualisiert am 23.07.2026 – 08:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Südtiroler müssen Wasser sparen. Doch Bürger wollen auch Touristen in die Pflicht nehmen.
In der beliebten Urlaubsregion Südtirol wird das Wasser knapp. Nach einer Periode hoher Temperaturen und geringer Niederschläge hat der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher am 20. Juli den Wassernotstand ausgerufen.
Normalerweise kann die Region auf Schneereserven zurückgreifen, doch diese fehlen in diesem Jahr. Ausschlaggebend für die Notmaßnahme sei die Entwicklung im Einzugsgebiet des Flusses Etsch gewesen. Der Abfluss lag unter dem Richtwert von 80 Kubikmetern pro Sekunde, berichtet Rai News. Dieser Wert ist wichtig, weil damit verhindert wird, dass am Unterlauf Salzwasser aus der Adria eindringen und das Trinkwasser verunreinigen kann.
Die Etsch ist mit 415 Kilometern der zweitlängste Fluss Italiens und der längste in Südtirol. Sie entspringt auf 1.550 Metern Höhe am Reschenpass (Vinschgau), fließt durch Meran und Bozen und bildet die Lebensader der Region, bevor sie bei Porto Fossone in die Adria mündet.
- Notstand auf sieben Inseln: Griechenland kämpft mit akutem Wassermangel
- Kulturkampf im Paradies: „Wir werden uns nicht so kleiden wie die anderen“
Bewässerung nur alle drei Tage
Mit dem Dekret, das die mittlere Wasserwarnstufe verkündet, ist es verboten, Grünflächen zwischen 8 und 19 Uhr zu bewässern.. Außerdem darf nur im Abstand von drei Tagen gegossen werden. Bewässerungsanlagen müssen entsprechend umprogrammiert werden.
Der Landesrat Peter Brunner appellierte an die Bevölkerung: „Jeder Liter Wasser, den wir heute einsparen, hilft mit, die Versorgung in den kommenden Wochen zu sichern“, sagte er laut Rai News. Auch die Landwirtschaft habe eine Verantwortung und müsse entsprechend vorsichtig mit Wasser umgehen, sagte Dominik Oberstaller, Präsident des Gemeindeverbands.
Bürger üben Kritik

Der Tourismus ist nur mittelbar betroffen. Straßen und Plätze wie auch Vorhöfe dürfen nicht mit Wasser gereinigt werden und Hotelgärten sollen nur, wo es absolut notwendig ist, bewässert werden.
Doch einige Bürger wollen gerade die Tourismusunternehmen mehr in die Pflicht nehmen. Auf den Facebookbeitrag des Landeshauptmanns reagierten Nutzer verärgert: „Lassen wir mal die KI ausrechnen, was die 40 Millionen Touristen an Wasser-Ressourcen verbrauchen. KI ist sicher nicht seriös, aber doch kann man sich ein kleines Bild machen“, schrieb ein Nutzer. Er ging von 350 Liter pro Gast und Übernachtung aus. Insgesamt würde dies 14 Millionen Kubikmeter ausmachen.
Ein anderer merkte ironisch an: „Gott sei Dank werden noch viele Wellness Tempel gebaut.“ Und ein weiterer schrieb: „Dann spar mal bei den großen Hotelanlagen, wo das Wasser nur soooo plätschert“.
