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Politik

Merz trifft gute Wahl – doch der große Wurf fehlt

wochentlich.deBy wochentlich.de22 Juli 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Merz trifft gute Wahl – doch der große Wurf fehlt
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Frei folgt auf Spahn

Diese Entscheidung hätte Merz früher treffen sollen


22.07.2026 – 16:26 UhrLesedauer: 3 Min.

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Im Video: Spahn-Nachfolge offenbar geklärt. (Quelle: reuters)

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Thorsten Frei soll neuer Chef der Unionsfraktion werden. Merz trifft damit eine gute Entscheidung, die allerdings auch nahelag. Spannender wird, wer im Kanzleramt auf Frei folgt.

Wer Friedrich Merz (CDU) in den vergangenen Monaten öfter zuhörte, dürfte festgestellt haben, wie häufig der Kanzler den Bezug zu Konrad Adenauer sucht, der dieses Jahr 150 Jahre alt geworden wäre. Und auch jetzt, bei der Wahl eines Nachfolgers für Jens Spahn auf dem Posten des Fraktionschefs, scheint sich Merz an dessen Wahlspruch aus dem Jahr 1957 erinnert zu haben, der da lautete: Keine Experimente!

Thorsten Frei nämlich ist genau das nicht, ein Experiment. Es ist die erwartete Personalie, der Umbau, mit dem in Berlin fast alle gerechnet hatten. Zu abwegig war dann doch der Gedanke, dass mit Alexander Dobrindt erstmals ein CSU-Abgeordneter die gemeinsame Fraktion der beiden Schwesterparteien führen könnte.

Und zu sehr sprachen die Dinge dann eben doch für Frei. Beliebt bei den Abgeordneten selbst, erfahren im Parlamentsbetrieb, anschlussfähig an den Koalitionspartner SPD – und vor allem: durch und durch loyal zu Merz, dessen engster Vertrauter er schon in den vergangenen Legislaturperioden als Parlamentsgeschäftsführer war.

Frei ist für Merz, was Kauder für Merkel war

Vieles deutet darauf hin, dass der letzte Punkt das ausschlaggebende Argument für den Kanzler war. Freis Vorgänger Jens Spahn hatte als Fraktionschef gerade in den letzten Wochen seinen Einfluss immer stärker erweitert, war intern zum mächtigen Gegenspieler Merz‘ aufgestiegen. Viele unterstellten ihm seit jeher eine ganz eigene Agenda, ja gar Kanzler-Ambitionen.

Diese Gefahr aus der Fraktion hat Merz mit dem Einwechseln Freis nun gebannt. Er setzt damit denjenigen auf den Posten, der vermutlich von Anfang an die bessere Wahl gewesen wäre, auch weil Frei umgekehrt der Job im Kanzleramt so gar nicht liegen wollte. „Wenig glücklich im Amt“, so lauteten in Unionskreisen bis zuletzt die netten Zuschreibungen für Frei, den obersten Regierungsmaschinisten, „komplett überfordert“ die weniger netten.

In seiner künftigen Rolle dürfte das anders werden. Gut möglich, dass aus Frei das wird, was Volker Kauder für Angela Merkel war. Einer, der für Merz in der Kanzlerfraktion freundlich, notfalls aber auch mit der Peitsche die nötigen Mehrheiten für die anstehenden Reformen organisiert. Der nett im Ton, jedoch gestählt durch die jüngsten Verhandlungen mit den Bundesländern auch mal hart mit der SPD ringt, wenn es sein muss. Die nötige Überzeugungskraft dazu hat Frei, eine Portion eigenes Sendungsbewusstsein bringt er ebenfalls mit. Entsprechend schnell könnte sich diese Personalentscheidung damit als goldrichtig erweisen.

Wie geht es im Kabinett weiter?

Offen bleibt derweil, wie es weitergeht an der Kabinettsfront, dort, wo Frei jetzt erst einmal ein Loch reißt. Wer wird Freis Nachfolger? Gibt es weitere Verschiebungen auf der Regierungsbank, weil zum Beispiel Gesundheitsministerin Nina Warken ins Kanzleramt wechseln könnte? Setzt Merz für sie womöglich gar seinen Generalsekretär Carsten Linnemann ein, was zusätzlich noch in der Parteizentrale, dem Konrad-Adenauer-Haus, Umbauarbeiten nach sich zöge?

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