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Politik

Martin Vincentz wagt den Aufstand gegen Alice Weidel

wochentlich.deBy wochentlich.de17 Juli 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Martin Vincentz wagt den Aufstand gegen Alice Weidel
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„Parteitag der Schande“

Revolte gegen die AfD-Chefin


17.07.2026 – 18:33 UhrLesedauer: 7 Min.

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AfD-Bundeschefin Alice Weidel, NRW-Landeschef Martin Vincentz: Sie führen einen heftigen Konkurrenzkampf – und Runde eins geht an Vincentz. (Quelle: Imago )

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AfD-Landeschef Vincentz setzt sich in NRW gegen den ausdrücklichen Willen von Parteichefin Weidel durch. Die dürfte das nicht hinnehmen. Der Machtkampf könnte die AfD teuer zu stehen kommen.

AfD-Landeschef Martin Vincentz steht am Freitagmorgen vor der Eventhalle in Marl auf einer Treppe und peitscht die Menge auf. Dutzende Delegierte stehen vor ihm. Sie sollen gleich in der Halle die Kandidatenliste der AfD NRW für die Landtagswahl 2027 weiter wählen, wenn es nach Vincentz geht. So zeigen es Videos, die t-online vorliegen.

Man solle dafür sorgen, schreit Vicentz, dass die AfD im einwohnerstärksten Bundesland auf jeden Fall antreten könne. „Auf in die Halle!“ Die Menge klatscht, einige rufen laut: „Ahuuuu! Ahuuuu!“

Was klingt wie ein Trupp von Fußballfans, ist Kampfgeschrei gegen Alice Weidel. Ein Aufstand gegen die AfD-Chefin. Und Vincentz ist das Gesicht dieses Aufstands. „Che Guevara“ nennen seine Unterstützer ihn später, natürlich nur unter der Hand. Oder sie schreiben in den sozialen Netzwerken: „Löwe“.

Die AfD-Bundeschefin nämlich ist gegen Vincentz‘ Plan, hier heute die Listenwahl fortzuführen. Sie hat sich mit viel Kraft dagegen gestemmt. Noch am Abend zuvor hat ihr Bundesvorstand einen Beschluss gefasst und ein Schreiben verschickt an den Landesvorstand – und alle 13.000 Mitglieder des Verbands. Besonders das ist ungewöhnlich. Offensichtlich sollte jeder der Delegierten, die an diesem Tag in Marl stehen, Weidels Wunsch kennen. Unabhängig von der Kommunikation des Landeschefs.

Weidel will neu wählen lassen

Der Wunsch von Weidels Bundesvorstand lautet: Die Listenwahl soll an diesem Freitag nicht fortgesetzt, sondern abgebrochen werden. Stattdessen soll es in ein paar Wochen eine neue Versammlung geben. Die Delegierten sollen noch einmal ganz von vorne anfangen. Die mehr als 20 Listenplätze, die in einem harten Machtkampf zwischen den beiden Lagern an drei Tagen besetzt wurden, sollen hinfällig werden. Darunter auch Vincentz‘ erster Listenplatz.

Der Bundesvorstand begründet das offiziell in seinem Schreiben vom Donnerstag mit Rechtsunsicherheiten und der Sorge, dass die Liste nicht zugelassen wird. Es soll Drohungen aus Vincentz‘ Lager gegen Mitglieder gegeben haben, auf eine bestimmte Art zu wählen. Es soll zum Teil falsch ausgezählt worden sein. Im ersten Wahlgang wurde eine Zählmaschine für die Stimmen eingesetzt, bisher unerprobt auf AfD-Versammlungen.

Der wichtigere Treiber für Weidel aber ist ein anderer. Vincentz nämlich hat bei der Listenwahl dieselbe Strategie angewendet wie Weidel selbst vor zwei Wochen beim Bundesparteitag in Erfurt. Er hat seine Gegner nicht integriert, sondern ignoriert, und ist so im Begriff, sich eine Landesliste zusammenzubauen, die zu mehr als 90 Prozent aus seinen Verbündeten besteht. Sie sollen bekommen, was in der AfD den höchsten Wert hat: Mandate im nächsten Landtag – und damit viel Geld, Mitarbeiter und Ressourcen, um das gegnerische Lager zu zerschlagen.

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