„Eine weitere Tragödie bahnt sich an“
Buckelwal kurz vor Deutschland in Not
Aktualisiert am 08.07.2026 – 15:02 UhrLesedauer: 2 Min.
In der Ostsee ist ein neuer Buckelwal unterwegs. Tierschützer haben ihn „Hartwin“ getauft – jetzt wurde er kurz vor Deutschland gesichtet.
Es ist schon wieder passiert: Ein Buckelwal hat sich in die Ostsee verirrt. Am 20. Juni war das Tier unter einer Brücke über den Kleinen Belt aufgetaucht, jetzt schwimmt es immer weiter auf Deutschland zu.
Der von Tierschützern „Hartwin“ getaufte Wal wird der Organisation „Stranded No More“ zufolge in unregelmäßigen Abständen beobachtet. Zuletzt wurde „Hartwin“ demnach am 4. Juli an der Klappbrücke der dänischen Stadt Sønderborg und am 5. Juli vor dem dänischen Ort Egernsund gesichtet.
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Von dort sind es nur etwa 15 Kilometer Luftlinie bis nach Flensburg – und drei bis zur Nordspitze der deutschen Halbinsel Holnis. „Hartwin“ befindet sich nach Angaben von „Stranded No More“ „höchstwahrscheinlich bereits in deutschen Gewässern“.

Walexperte: „Da gibt es keine Chance“
Die Organisation befürchtet, dass sich mit dem Wal ein zweiter Fall „Timmy“ ereignen könnte. Der Buckelwal war im März 2026 vor der deutschen Ostseeküste gestrandet und nach einer aufwendigen Rettungsaktion verendet: „Niemand ist auf ihn vorbereitet. Eine weitere Tragödie bahnt sich an.“ Die Wassertemperatur in der Gegend liege aktuell bei etwa 19,5 Grad Celsius, dies sei „sehr unangenehm für einen Buckelwal“. Das Tier befinde sich in flachem Wasser von nur 5 bis 12 Metern Tiefe.
Bereits zuvor hatte der Walexperte Heiko Buch-Illing die Überlebenschancen von „Hartwin“ als äußerst gering eingeschätzt. Der Buckelwal bewege sich auffällig langsam, das deute darauf hin, dass er bereits stark geschwächt sei. Auch die helle Haut zeige, dass es dem Tier nicht gut gehe. „Da gibt es keine Chance. Er wird sterben“, sagte Buch-Illing der Nachrichtensendung „Newstime“.
Der Buckelwal sei offensichtlich auf der Suche nach seichten Gewässern – wo er sich in Ruhe hinlegen könne und nicht die Kraft aufbringen müsse, zum Atmen an die Wasseroberfläche zu kommen. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis er strande.
