Beim Sieg über Bosnien-Herzegowina sah Folarin Balogun die Rote Karte. Nun wurde die Sperre gegen den US-Star aufgehoben. Der Fußball droht einen großen Schaden zu nehmen.
Wer gedacht hatte, dass Sport und Politik voneinander zu trennen sind, dürfte spätestens am Sonntagabend den Glauben daran endgültig verloren haben. Da entschied die Fifa, die WM-Sperre gegen den US-Spieler Folarin Balogun zurückzunehmen.
Sollte sich bewahrheiten, dass US-Präsident Donald Trump zuvor Einfluss auf Fifa-Präsident Gianni Infantino wegen der Roten Karte für den Spieler der US-Mannschaft genommen hat, wäre wohl einer der größten Skandale der WM-Geschichte, ja der Fußballgeschichte, perfekt. Auch der Glaube an das Fairplay wäre damit ad absurdum geführt, mit den Füßen getreten. Ein unbeschreiblicher Vorgang, der seinesgleichen sucht.
Im Video | Klopp zu Balogun-Entscheid
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- WM-Novum: Nahm Trump Einfluss auf Fifa? US-Sperre aufgehoben
Nicht nur das: Die Fifa, der Fußball-Weltverband, wäre in seinen Grundfesten beschädigt – und Infantino müsste sofort von seinem Posten zurücktreten. Dabei ist es der Schweizer, der der Welt seit Jahren weismachen will, dass die Politik keinen Einfluss auf den Fußball nimmt; dass er das gar nicht zulassen würde.
Doch gerade Infantinos Verbindung, manche nennen es Freundschaft, zu Donald Trump, die seit Monaten absurde Züge angenommen hat, einschließlich eines extra ins Leben gerufenen Friedenspreises für ebendiesen Trump, beweist das Gegenteil. Und nun dieser extrem heikle Vorgang, dessen Ausmaße sich noch gar nicht richtig fassen lassen.

Aus sportlicher Sicht war die Rote Karte gegen Folarin Balogun im Spiel gegen Bosnien über jeden Zweifel erhaben. Ein klares Foul, bestraft durch den Schiedsrichter, fertig. Dass sich Mauricio Pochettino, Baloguns Trainer, direkt nach dem Spiel aufregte und keinen Platzverweis in dem Foul sah – ein ganz normaler Vorgang. Dass sich aber US-Außenminister Marco Rubio direkt danach schon eingeschaltet hatte – ein erster Hinweis auf das, was dann kommen würde?
