Auswertung zum Ende der Steuersenkung
Tankrabatt wurde bei Diesel zu wenig weitergegeben
29.06.2026 – 09:46 UhrLesedauer: 3 Min.
Bis Dienstag gilt noch der Tankrabatt. Doch das Münchner Ifo-Institut zieht eine eher durchwachsene Bilanz der Steuerentlastungen.
Der Tankrabatt ist nur teilweise bei den Verbrauchern angekommen – vor allem bei Diesel. Hier haben die Experten bis inklusive 25. Juni nur eine Weitergabe von durchschnittlich 12 Cent pro Liter errechnet. Das wäre deutlich weniger als die 16,7 Cent, um die die Steuer gesenkt wurde.
Super E5 und Super E10 liegen mit einer errechneten Weitergabe von 17 und 16 Cent pro Liter dagegen sehr nah am Wert der Steuersenkung. „Damit wurde der Tankrabatt beim Superbenzin nahezu vollständig an die Autofahrerinnen und Autofahrer weitergegeben“, sagt Florian Neumeier, der stellvertretende Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft.
Preise werden steigen
Anfang Juli sei durch das Auslaufen des Tankrabatts wieder mit steigenden Kraftstoffpreisen zu rechnen. „Wie hoch es geht, wird vor allem von der Entwicklung des Ölpreises abhängen. Da dieser zuletzt gesunken ist, haben auch die Kraftstoffpreise nachgegeben“, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Ramona Schmid.
Dennoch ist es nach Ansicht der Forscher richtig, dass der Tankrabatt ausläuft. Mit Kosten von 1,6 Milliarden sei die Maßnahme teuer gewesen. „Die unvollständige Weitergabe beim Diesel bedeutet, dass ein Teil davon bei den Mineralölkonzernen gelandet ist“, sagt Doktorand Christian Gréus. Sollte es zwischen den USA und dem Iran tatsächlich zu einer Einigung kommen, dürften sich die Kraftstoffpreise ohnehin wieder normalisieren.
Tankrabatt läuft aus – wann nochmal volltanken?
Laut dem Kraftstoffmarktexperten des ADAC, Christian Laberer, sei zu befürchten, dass die Preise in etwa um diese Summe nach oben gehen werden. Nach der geltenden 12-Uhr-Regel, dürfen die Preise nur um 12 Uhr mittags angehoben werden, nicht um Mitternacht, wenn der Steuerrabatt endet. Eine Ausnahme für das Ende des Tankrabatts ist laut Wirtschaftsministerium nicht vorgesehen. Möglicherweise werden daher einzelne Tankstellen bereits am 30. Juni mittags die Preise stärker anheben oder am Nachmittag langsamer senken. Bei vielen wird der große Preissprung aber wohl am 1. Juli mittags kommen.
Da für die Steuer nicht der Verkaufszeitpunkt, sondern dessen Lieferung entscheidend ist, dürften die allermeisten Tankstellen am Vormittag des 1. Juli noch steuerlich verbilligten Sprit haben. Teilweise auch darüber hinaus. „Eigentlich dürften die Preise erst in den ersten Juli-Tagen steigen“, sagt Laberer, hält das aus den Erfahrungen mit dem ersten Tankrabatt im Jahr 2022 aber für unwahrscheinlich.
Daher sollten Sie noch im Juni und am späten Vormittag tanken, rät Laberer. „Da es kurz vor dem täglichen Preissprung um 12 Uhr, wenn Benzin am billigsten ist, möglicherweise Schlangen an den Tankstellen geben könnte, sollte man dabei nicht zu knapp kalkulieren.“ Das gilt angesichts der Unsicherheit, wann die Preise steigen, auch für den Tag: „Mit dem 29. Juni ist man wahrscheinlich auf der sicheren Seite.“
