Vorwürfe gegen den Tierpark
Hitzewelle: Peta sieht Hagenbecks Eisbären in Gefahr
26.06.2026 – 12:57 UhrLesedauer: 2 Min.

Bis zu 38 Grad werden in Hamburg erwartet. Peta warnt vor einer Gefahr für Hagenbecks Eisbären. Was der Tierpark dazu sagt.
Mit bis zu 38 Grad sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Hamburg am Wochenende die bislang höchsten Temperaturen des Jahres voraus. Die Tierrechtsorganisation Peta sieht deshalb die Eisbären im Tierpark Hagenbeck in Gefahr – und fordert ein Ende der Haltung.
Peta-Fachreferentin Yvonne Würz sagt: „Kein noch so aufwendig gestaltetes Gehege kann darüber hinwegtäuschen, dass diese Lebewesen für Eis und Kälte geschaffen sind – nicht für Hitzewellen in deutschen Städten.“ Die Organisation begründet ihre Warnung unter anderem mit einem Vorfall aus Argentinien: 2012 starb nach Angaben von Peta ein Eisbär im Zoo von Buenos Aires bei Temperaturen von rund 35 Grad an Hitzestress.
Zudem verweist die Tierrechtsorganisation auf wissenschaftliche Einschätzungen, wonach Eisbären bereits bei Temperaturen von über 20 Grad unter starkem Hitzestress leiden könnten. Deshalb fordert Peta, Eisbären möglichst an Einrichtungen in kühleren Regionen wie Skandinavien abzugeben.
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Wie Hagenbeck auf die Vorwürfe reagiert
Der Tierpark Hagenbeck hält dagegen: „38 Grad wären für einen Eisbären sehr ungesund – wenn er ihnen ununterbrochen ausgesetzt wäre“, sagt der Zoologische Direktor Guido Westhoff im Gespräch mit der Hamburger Regionalredaktion von t-online. „Aber zum Glück ist dem ja nicht so.“ Die Tiere könnten jederzeit Schatten aufsuchen, ins Wasser gehen oder sich in gekühlte Innenbereiche zurückziehen.
Große Sonnensegel spenden Schatten, Sprühanlagen verschaffen durch Verdunstung zusätzliche Abkühlung. Außerdem erhalten die Eisbären sogenannte Eisbomben – gefrorene Leckerbissen, die zugleich als Beschäftigung dienen. Tierpfleger und Tierärzte überwachen den Gesundheitszustand der Tiere.

Eisbären „sind vielleicht etwas fauler am Tag“
Nach Angaben Westhoffs zeigen die Eisbären keine ungewöhnlichen Reaktionen auf die Hitze. „Wir können im Moment keinen Hitzestress erkennen“, sagt er. Die Tiere tränken mehr und hielten sich häufiger im Schatten auf. „Sie sind vielleicht etwas fauler am Tag. Aber das sind wir Menschen auch.“
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