Faktencheck
Schadet Sonnencreme wirklich der Gesundheit?
25.06.2026 – 14:57 UhrLesedauer: 3 Min.
Sonnencreme soll die Haut vor UV-Strahlung schützen, doch im Netz kursieren Warnungen vor Krebs, Unfruchtbarkeit und „giftigen“ Inhaltsstoffen. Kann das stimmen?
Wer in sozialen Netzwerken unterwegs ist, stolpert womöglich über Meldungen, dass Sonnencremes gesundheitsschädlich sind, hormonähnliche Wirkungen haben oder sogar Krebs erregen. Gleichzeitig gilt die im Sonnenlicht enthaltene UV-Strahlung als wichtigster vermeidbarer Risikofaktor für Hautkrebs. Was sagen Wissenschaft und Behörden dazu?
Schützt Sonnencreme – oder macht sie krank?
Die kurze Antwort: Nach aktuellem Stand der Forschung überwiegt der Nutzen von Sonnencreme die potenziellen Risiken deutlich.
In der EU dürfen Sonnenschutzmittel nur verkauft werden, wenn ihre Inhaltsstoffe zuvor bewertet wurden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) betont, dass zugelassene Produkte bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die Gesundheit grundsätzlich nicht gefährden.
Zudem ist gut belegt, dass Sonnenschutz das Risiko für Sonnenbrand senkt und vor UV-bedingten Hautschäden schützt. Studien zeigen auch, dass Sonnenschutz, wenn er regelmäßig verwendet wird, das Risiko bestimmter Hautkrebsformen reduzieren kann.
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Was hat es mit dem umstrittenen UV-Filter Octocrylen auf sich?
Ein häufiger Kritikpunkt betrifft den UV-Filter Octocrylen. Dieser kann im Laufe der Lagerung geringe Mengen der Substanz Benzophenon bilden. Benzophenon wird von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft. Daraus wird jedoch oft fälschlicherweise geschlossen, Sonnencreme verursache Krebs. Dafür gibt es keine wissenschaftlichen Belege.
Nach Angaben von Fachleuten des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts (CVUA) in Karlsruhe verwenden inzwischen nur noch sehr wenige Hersteller Octocrylen. Die gemessenen Benzophenon-Gehalte lagen in diesen Fällen aktuellen Untersuchungen zufolge weit unter gesundheitlich bedenklichen Werten.
Macht Sonnencreme unfruchtbar?
Auch diese Behauptung kursiert regelmäßig im Internet. Hintergrund ist eine Verunreinigung namens DnHexP (Dihexylphthalat), die bei der Herstellung bestimmter UV-Filter entstehen kann. Der Weichmacher hat im menschlichen Körper eine hormonähnliche Wirkung und kann die Fruchtbarkeit schädigen.
Das Umweltbundesamt hatte 2025 über erhöhte Werte eines Abbauprodukts dieses Weichmachers in Urinproben von Kindern und Jugendlichen berichtet. Allerdings ist die Ursache für die erhöhten Werte bislang nicht eindeutig geklärt. Es werden neben Sonnenschutzmitteln auch andere Verbraucherprodukte als Quellen diskutiert.
Entscheidend: Weder das BfR noch die Untersuchungsämter sehen derzeit Hinweise darauf, dass die in Sonnencremes gefundenen Mengen ein Gesundheitsrisiko darstellen. Zudem wurden die Belastungen in den vergangenen Jahren deutlich reduziert. Ab 2027 gelten in der EU nochmals strengere Grenzwerte.
Können Antioxidantien Sonnencreme ersetzen?
Viele Influencer erklären in den sozialen Medien, dass sich mit dem Verzehr von Karotten, Brokkoli oder Nüssen oder der Einnahme bestimmter Nahrungsergänzungsmittel ein „natürlicher Sonnenschutz von innen“ aufbauen lasse. Auch manche Pflanzenöle sollen auf die Haut aufgetragen Schutz bieten.
Tatsächlich können die darin enthaltenen Antioxidantien freie Radikale neutralisieren, die durch UV-Strahlung entstehen. Studien zeigen jedoch, dass dieser Effekt für einen zuverlässigen UV-Schutz nicht ausreicht.
Weder Karotten, Kokosöl, Himbeerkernöl noch spezielle Nahrungsergänzungsmittel bieten einen mit Sonnencreme vergleichbaren Schutz vor Sonnenbrand oder Hautkrebs.
Gibt es Risiken durch Sonnencreme?
Grundsätzlich gilt: Sonnencreme kann genauso wie jedes Kosmetikprodukt auch Nebenwirkungen haben. Möglich sind etwa:
