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Sport

Ecuador setzt auf Beton-Abwehr – aber „Superman“ fliegt noch nicht

wochentlich.deBy wochentlich.de24 Juni 2026Keine Kommentare4 Mins Read
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Ecuador setzt auf Beton-Abwehr – aber „Superman“ fliegt noch nicht
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Zwei Spiele an der Ostküste, nur ein Trip in den Mittleren Westen: Bei der WM der weiten Wege hat es Ecuador nicht allzu schlimm getroffen.

Das sind Ecuadors wichtigste Spieler

  • Moisés Caicedo (FC Chelsea, ca. 100 Millionen Euro Marktwert): Caicedo ist als „Sechser“ Hirn und Rückgrat der „Tri“ zugleich. Er organisiert und gibt aus dem defensiven Mittelfeld die Kommandos. Eigentlich unersetzlich für das Team. Die Fans des FC Chelsea wählten ihn im Sommer 2025 gar zum „Spieler der Saison“: Bemerkenswert, angesichts des Londoner Starensembles.
  • Willian Pacho (Paris Saint-Germain, ca. 80 Millionen Euro): Der zentrale Innenverteidiger ist in Deutschland kein Unbekannter. Er war in der Saison 2023/2024 Stammspieler bei Eintracht Frankfurt und brillierte dort mit Zweikampfwerten und niedriger Fehlpassquote, bevor er zu Paris Saint-Germain wechselte.
  • Piero Hincapié (Bayer Leverkusen, ca. 50 Millionen Euro): Pachos Nebenmann ist die linke Säule des ecuadorianischen Dreier-Bollwerks, und auch er hat für einen Bundesliga-Spitzenklub gespielt. Vier Jahre lang war er für Bayer Leverkusen im Einsatz als Innenverteidiger oder auf dem linken Flügel. Nach seinem Wechsel zu Arsenal entwickelte er sich zu dem Führungsspieler, der er jetzt für Ecuador ist. Zweikampfstark, giftig und unangenehm für jeden Gegenspieler.
  • Enner Valencia (Pachuca, ca. 1 Million Euro): 36 Jahre alt, hat für Klubs auf drei Kontinenten professionell Fußball gespielt und in mehr als 100 Länderspielen statistisch in jedem zweiten getroffen. Während seiner erfolgreichen Zeit im mexikanischen Pachuca tauften ihn die Fans dort „Superman“. Bis heute besucht er regelmäßig Kinderkrankenhäuser im Cape des Superhelden. Nach langen Wanderjahren ist er inzwischen wieder zu Pachuca zurückgekehrt und spielt, wie er immer spielte: ausgefuchst, immer anspielbar, wendig und sehr torgefährlich.
  • Kendry Páez (River Plate, ca. 8 Millionen Euro): Das Wunderkind des ecuadorianischen Fußballs debütierte schon mit 16 Jahren in der Nationalmannschaft und wechselte kurz darauf zum FC Chelsea. Die Londoner verliehen ihn jedoch sofort weiter. Páez ist Außenstürmer, dribbelstark und ein guter Freistoßschütze. Sein Vorbild: Lionel Messi.

Das ist der Trainer: Sebastián Beccacece

Der Argentinier ist der Baumeister der Festung Ecuadors, und er mag keine Experimente. Es gibt eine klare erste Elf, wenig Rotation, ganz eindeutige Rollen und eine feste Hierarchie auf und neben dem Platz. Die Bosse sind Valencia, Caicedo und Hincapié, zwischen denen der Trainer die Kapitänsbinde kreisen lässt. Über allen thront Beccacece.

Ungewöhnlich: Der Trainer war selbst nie Profifußballer. Schon in der Jugend erkannte er, dass sein Talent nicht für die große Sportbühne reichen würde. Also erfand er sich neu, verschlang Unmengen von Fußballspielen auf südamerikanischen Sportsendern, studierte Sport und trainierte Kinder- und Kleinfeldmannschaften. In Chile lernte er den späteren argentinischen Nationaltrainer Jorge Sampaoli kennen und arbeitete zehn Jahre als dessen Assistent, bevor er selbst als Cheftrainer Karriere machte.

Spielsystem und Taktik

Ecuador spielt unter Beccacece meist aus einer variablen 3-4-2-1-Grundordnung, die je nach Phase klar ihre Form verändert. Im Spielaufbau stehen die drei Innenverteidiger breit, Mittelfeldspieler Caicedo lässt sich situativ zwischen sie fallen, sodass beinahe eine Viererkette entsteht und gegen Pressing eine Anspielstation mehr vorhanden ist.
Sobald Druck entsteht, löst Ecuador das häufig über kurze, flache Pässe auf die Flügelspieler. Lange Schläge nach vorn sieht Beccacece nicht gerne.

Ist die Mittellinie überschritten, bewegen sich die offensiven Halbraumspieler – oft Páez und Plata – gerne zwischen den Linien. Der Gegner soll diese Laufwege mitmachen, um Steckpässe auf Valencia zu ermöglichen. Gelingt das aber nicht, hängt „Superman“ in der Luft. Und Ecuador mit ihm. Kommt der Ball von außen hoch in den Strafraum, attackiert Valencia vorwiegend den ersten Pfosten. Hinter ihm aber bleibt die Box oft leer.

Gegen den Ball dagegen ist „La Tri“ ganz in ihrem Element. Die Flügelspieler lassen sich fallen und mutieren zu Außenverteidigern. Die Formation kippt in ein 5-4-1. Caicedo schiebt vor die Abwehr. Die Räume verengen sich. Hat Ecuador dieses System aufgebaut, wird es für jeden Gegner schwer, zu Abschlüssen zu kommen. Der Gegner wird nach außen abgedrängt.

Ecuador presst nur in klar definierten Situationen, dann allerdings mit Macht. Bei Rückpässen auf den Innenverteidiger, bei schlechten ersten Kontakten im gegnerischen Aufbau oder isolierten Spielern auf den Flügeln wird ausgeschwärmt. Gelingt der Ballgewinn nicht sofort, lässt die Mannschaft sich wieder fallen. Wird der Ball geklaut, geht es sofort in die Tiefe.

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