Nach AfD-Vergleich
Linken-Chef entschuldigt sich – CDU lehnt ab
Aktualisiert am 22.06.2026 – 15:10 UhrLesedauer: 2 Min.

Er warf der CDU faschistische Politik vor und verglich sie mit der AfD: Nun entschuldigt sich der neue Linken-Chef. Der CDU geht das jedoch nicht weit genug.
Der neue Linken-Co-Vorsitzende Luigi Pantisano hat sich für seinen Vergleich der Politik der CDU mit jener der AfD entschuldigt. „Meine Aussage, es gebe derzeit keinen Unterschied zwischen der Politik der CDU und der AfD, war verkürzt und in dieser Form falsch“, teilte Pantisano mit. „Dafür bitte ich um Entschuldigung, insbesondere bei denjenigen in der CDU, die immer wieder die Notwendigkeit einer klaren Brandmauer zur AfD betonen.“
Pantisano hatte am Rande des Parteitags am Wochenende in einem Video-Interview mit „Bild“ gesagt: „Letztlich gibt es auch gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst.“ Diese Aussage hatte auch innerhalb der Partei breite Empörung ausgelöst.
Linnemann: „eine Unverschämtheit“
Am Montag teilte Pantisano mit: „Die Unterscheidung zwischen politischen Gegnern innerhalb des demokratischen Spektrums und denen, die die Demokratie abschaffen wollen, dürfen wir nicht verwischen.“ Er halte jedoch an der „grundlegenden Kritik am Rechtskurs der Union“ fest. „Ebenso bleibt meine Sorge über ein mögliches weiteres politisches Zusammenrücken von CDU und AfD bestehen“, sagte er. „Diese Entwicklung bereitet mir große Sorgen.“

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann lehnt das jetzt ab: „Von ‚verkürzt‘ zu sprechen, ist eine Unverschämtheit“, sagte Linnemann der „Bild“-Zeitung. „Da wäre ich ja mal gespannt auf seine Langfassung.“ Die Aussage von Pantisano sei glasklar gewesen, nun versuche er sich herauszuwinden.
„Nicht zuletzt hat der Parteitag am letzten Wochenende gezeigt: Die Linke ist geschichtsvergessen“, so Linnemann weiter. „Wer Christdemokraten mit Faschisten gleichsetzt, verharmlost den Horror und die Gräueltaten des Faschismus.“ Pantisano habe sich zum Protagonisten der neuen linken Radikalen gemacht. „Wer so eines Geistes Kind ist, darf keine Verantwortung in unserem Land tragen.“
Scharfe Kritik auch aus ostdeutschen Landesverbänden
Auch bei den ostdeutschen Landesverbänden hatte die Aussage Pantisanos Kritik ausgelöst. Eva von Angern, Spitzenkandidatin in Sachsen-Anhalt, hatte t-online am Wochenende gesagt, sie sei überrascht. „Das passt überhaupt nicht zu dem, was Herr Pantisano sonst immer gesagt hat“, sagte sie. „Das möchte ich klarstellen: Die CDU ist eine demokratische Partei, in der sich viele Demokratinnen und Demokraten engagieren und die für die Menschen Politik machen.“ Auch wenn Kritik an vielen Stellen angebracht sei, sehe sie ganz klar einen großen Unterschied zwischen CDU und AfD. Auch aus den Verbänden aus Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen kam Kritik.
Pantisano war am Samstag zum Co-Chef der Linken gewählt worden. Mit nur rund 53 Prozent fiel seine Wahl denkbar knapp aus. Die Kontroverse um seine CDU-Aussage wird als ein Grund dafür gesehen.
