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Gesundheit

Was die hohen Temperaturen für Menschen gefährlich macht

wochentlich.deBy wochentlich.de17 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Was die hohen Temperaturen für Menschen gefährlich macht
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„Stiller Killer“

Für wen die heißen Tage am gefährlichsten sind

Aktualisiert am 17.06.2026 – 15:09 UhrLesedauer: 5 Min.

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Durch den Klimawandel werden Hitzetage häufiger und intensiver. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-bilder)

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Der Sommer bricht sich Bahn. Doch die kommenden heißen Tage bringen auch Gefahren mit sich – besonders für bestimmte Gruppen.

Es wird heiß in Deutschland: Über mehrere Tage hinweg sollen die Temperaturen über 30 Grad klettern, teilweise sogar deutlich. Das heißt nicht nur: Zeit für Freibad, Eis und Biergarten. Gleichzeitig bricht auch eine belastende und mitunter gefährliche Zeit an für Ältere, Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen.

Was ist das Problem?

Die Epidemiologin Alexandra Schneider vom Helmholtz Zentrum München erklärt: „Insgesamt gehört Hitze heute neben den Luftschadstoffen bereits zu den wichtigsten umweltbedingten Gesundheitsrisiken in Deutschland und weltweit.“

Bei Hitze erweitern sich die Gefäße, was den Blutdruck senke und dafür sorge, dass das Herz schneller und stärker pumpen müsse. Dadurch steige bei Vorerkrankten das Risiko für Herzinfarkt, Rhythmusstörungen und Herzinsuffizienz. Durch Schwitzen drohe auch Dehydration – also Flüssigkeitsmangel –, was wiederum einen Kreislaufkollaps oder Thrombosen begünstigen könne. Was genau bei 30 Grad oder 40 Grad Außentemperatur im Körper passiert, erfahren Sie hier.

Wer muss besonders aufpassen?

Besonders gefährdet seien neben Herzpatienten auch Menschen mit Nieren- oder Lungenerkrankungen, Diabetes sowie neurologischen Erkrankungen wie Demenz, betont Schneider. Und: „Ältere Menschen sind insgesamt am anfälligsten, da ihre Anpassungsfähigkeit an Hitze und ihr Durstempfinden oft eingeschränkt sind.“

Der Geriatrie-Forscher Kilian Rapp vom Robert Bosch Krankenhaus Stuttgart fügt hinzu: Das Aufsuchen kühlerer Räumlichkeiten oder mehr zu trinken seien bei extremer Hitze naheliegende Reaktionen. „Personen, die ans Bett gebunden oder dement sind, sind zu so elementaren Maßnahmen nicht mehr in der Lage.“ Neben Alter und Gesundheitszustand spielt auch eine Rolle, wie Menschen wohnen: „Wenn Personen in höheren Wohnetagen oder allein leben, erhöht sich das Risiko“, erklärt Rapp.

Petra Arck vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf erklärt, dass Hitze ebenso für Schwangere eine enorme Belastung ist, etwa weil sich die Durchblutung der Gebärmutter verändert und dies den Schwangerschaftsverlauf beeinflussen kann, wie .

Nicht zuletzt gehören auch Kinder zu den Risikogruppen. Laut Marie Standl vom Helmholtz Zentrum München sei das so, „weil sich ihr Körper noch entwickelt, sie mehr Zeit im Freien verbringen und sie im Verhältnis mehr körperlich aktiv sind und eine höhere Atemfrequenz haben als Erwachsene.“

Wie tödlich ist Hitze?

Hitze wird oft als „stiller Killer“ bezeichnet – auch, weil sie selten direkt als Todesursache in die Statistiken eingeht. Stattdessen modellieren Institutionen wie das Robert Koch-Institut (RKI) oder das Umweltbundesamt die sogenannte Übersterblichkeit: Das heißt, sie erfassen, wie viele Menschen im konkreten Zeitraum einer Hitzeperiode gestorben sind und inwieweit dies die Todeszahlen in einem ähnlichen Zeitraum ohne Hitze übersteigt. So schätzt das RKI, dass im vergangenen Jahr rund 2.500 Menschen hitzebedingt gestorben sind. In heißeren Sommern als 2025 lag diese Zahl schon um ein Vielfaches höher.

Rapp betont, dass ältere und gebrechliche Menschen hier den größten Anteil ausmachen: „Die beobachtete Übersterblichkeit in der Bevölkerung bei Hitzewellen ist fast ausschließlich auf diese Personengruppe zurückzuführen.“

Wie sterben Betroffene?

Veronika Huber vom Institut des Spanischen Nationalen Forschungsrats in Sevilla weist darauf hin, dass nur ein kleiner Teil dieser Toten auf nachgewiesene Hitzschläge zurückgeführt wird. Die häufigsten, in Statistiken festgehaltenen hitzebedingten Todesursachen seien Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen.

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