„Man geht nicht nur mit einem Schild in die Arena“
Generalmajor warnt vor Russlands Nuklear-Satelliten
15.06.2026 – 11:53 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein Vertreter der Bundeswehr warnt vor einer zunehmenden Militarisierung des Weltraums und möglichen Risiken für die globale Satelliteninfrastruktur.
Der Leiter des Weltraumkommandos der Bundeswehr, Michael Traut, hält nukleare Angriffe Russlands auf Satelliten im Weltraum für möglich. Deutschland sei auf ein funktionierendes Satellitensystem angewiesen, nicht nur zivil, sondern auch militärisch. Entsprechend wappne sich die Bundeswehr für mögliche weiterführende Attacken im Weltraum, sagte Traut dem Medium „Politico“.
Die US-Regierung teilte bereits 2024 mit, sie habe Informationen darüber, dass Russland daran arbeite, einige seiner Satelliten mit nuklearem Sprengstoff auszustatten. Sollte ein solcher Satellit einen nuklearen Angriff starten, könnte er einen bedeutenden Teil der Satelliteninfrastrukturen zerstören. Besonders die US-Streitkräfte würden empfindlich getroffen, was eine Eskalation zwischen den Großmächten deutlich wahrscheinlicher machen würde.
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Nukleare Gefahr für Deutschland
Auch für Deutschland spielt der Weltraum eine immer wichtigere Rolle in der Verteidigungspolitik. So plant Berlin im Rahmen des Projekts SATCOMBw 4 eine eigene militärische Satellitenkommunikationskonstellation. Sie soll den wachsenden Bedarf der Bundeswehr an sicherer Konnektivität decken und auch Partnern der Bundesrepublik zugänglich sein.

Michael Traut, der auch Generalmajor der Luftwaffe ist, erklärte gegenüber „Politico“: „Wenn sich heute etwas Ähnliches wie Starfish Prime ereignen würde, könnte bis zu ein Drittel aller Satelliten im niedrigen Erdorbit in den darauffolgenden Wochen und Monaten ausfallen.“ Beim US-Atomtest „Starfish Prime“ von 1962 wurde eine Atombombe in großer Höhe gezündet und verursachte dabei starke elektromagnetische Effekte und Satellitenstörungen im Weltraum.
In den letzten Jahren hätten Konflikte mit immer stärkerem Fokus auf Satelliten stattgefunden, so Traut. Im unteren Eskalationsbereich seien elektromagnetische Störungen und Laserbeeinträchtigungen von Satelliten bereits jetzt alltägliche Realität: „Das beste Beispiel sind GPS-Störungen im Ostseeraum“, sagte er und ergänzte, dass diese den zivilen Luft- und Schiffsverkehr beeinträchtigten.
Bundeswehr rüstet sich
Deutschlands Reaktion darauf dürfe nicht zurückhaltend ausfallen, so der Generalmajor: „Man geht nicht nur mit einem Schild in die Arena.“ Eine funktionale Abschreckung habe immer auch eine offensive Komponente, wobei „offensiv nicht aggressiv“ bedeute, so Traut. Deutschland müsse jedoch in der Lage sein, in einem Konflikt die Initiative zu ergreifen. Dazu gehöre auch das Vorgehen gegen die Weltraumsysteme eines Gegners.
